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| 02:41 Uhr

Größeres Siedlungsgebiet für Sorben

Potsdam. Brandenburgs Sorbenrat will das sorbische Siedlungsgebiet deutlich erweitern: Orte wie Forst, Guben oder Senftenberg sollen künftig zu den Regionen des Landes zählen, in denen es zweisprachige Straßenschilder oder einen besonders geförderten Sorbischunterricht geben soll. Benjamin Lassiwe

Am Dienstag hat der Sorbenrat beschlossen, entsprechende Anträge beim Kultusministerium zu stellen - auch gegen den Willen der örtlichen Kommunalvertretungen. Ursache dafür ist unter anderem, dass die vom Sorben- und Wendengesetz des Landes gesetzte Frist zur Antragstellung für die Aufnahme neuer Orte in das Siedlungsgebiet Ende des Monats abläuft. Solche Anträge können laut Gesetz sowohl von den Kommunen als auch vom Sorbenrat gestellt werden.

"Das ist nicht die Maximalforderung", sagte der Sorbenratsvorsitzende Torsten Mack der RUNDSCHAU. "Das sind die Gemeinden, wo wir Substanz sehen, wo die Kriterien zur Zugehörigkeit erfüllt sind." Man wolle wenigstens versuchen, die Orte, in denen aus Sicht des Sorbenrates sorbische Substanz vorhanden sei, zum Siedlungsgebiet hinzuzufügen.

Nun muss das Kultusministerium über die Anträge entscheiden und sie dem Hauptausschuss des Landtags zur Entscheidung vorlegen. "Wir werden uns das ansehen und gucken, wie vielfältig die Argumente sind", sagte der Sorbenbeauftragte der Landesregierung, Kulturstaatssekretär Martin Gorholt (SPD). In der Vergangenheit hatten etwa die Gemeinden Calau und Wiesengrund die Aufnahme in das Siedlungsgebiet zusammen mit dem Sorbenrat beantragt. Gestern stellten zudem die Gemeinden Märkische Heide und Neuhausen zusammen mit den Mitgliedern des Ausschusses Anträge auf Aufnahme in das Siedlungsgebiet.

Länder Seite 5