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| 02:37 Uhr

Grippewelle – Praxen voll wie nie

Die Grippewelle hat es in sich: Viele Arztpraxen sind derzeit brechend voll. Foto: Emily Wabitsch
Die Grippewelle hat es in sich: Viele Arztpraxen sind derzeit brechend voll. Foto: Emily Wabitsch
Berlin. Die Grippewelle in Deutschland ist noch nicht völlig durch, da steht schon fest: Schon lange sind nicht mehr so viele Patienten mit Husten, Halsweh, Fieber und anderen Symptomen in die Arztpraxen gekommen wie in diesem Jahr. dpa/bl

Die laufende Grippesaison hat es in sich: Die Wartezimmer der Arztpraxen sind bisher so voll gewesen wie seit acht Jahren nicht mehr. "Nur 2004/05 war der Praxisindex höher als in dieser Saison", bilanzierte Susanne Glasmacher, Sprecherin des Berliner Robert Koch-Instituts (RKI), am Dienstag mit Blick auf die vergangenen zehn Jahre.

Der Praxisindex misst, wie viele Patienten mit Atemwegserkrankungen mehr in ausgewählte Praxen kommen als in grippefreien Zeiten im Winter. In diesem Jahr kamen bis zu 2,3-mal mehr Patienten. Im Winter 2004/05 wurden bis zu 2,5-mal mehr Arztbesuche gezählt. Wie auch in den Vorjahren, sei in dieser Saison der Anteil der Säuglinge und Kleinkinder unter den Patienten am höchsten gewesen, sagte Glasmacher. Nicht jeder Patient mit Atemwegsproblemen aber hat eine echte Grippe. Für den Nachweis ist ein Test auf Influenza-Viren nötig.

Der Höhepunkt der aktuellen Grippewelle begann Mitte Februar. In Spitzenzeiten wurden wöchentlich in rund 9000 Fällen Influenza-Viren nachgewiesen. Auch wenn dieser Höhepunkt nun überschritten ist: Entwarnung gibt das RKI noch nicht. "Wir denken, dass die Virusaktivität noch ein paar Wochen anhalten wird", prophezeite die RKI-Sprecherin.

Die Einschätzung einer Grippewelle allein anhand des Praxisindexes sei aber nicht sinnvoll, betonte Glasmacher. "Ein kurzfristig sehr hoher Wert kann weniger problematisch sein als eine Zeit mit langfristig mittleren Werten", erläuterte Glasmacher. Eine Einschätzung sei erst im Rückblick möglich - samt der Zahl der Todesfälle.