Jetzt ist Grimma schöner denn je und rüstet sich für den Tag der Sachsen. Von heute an bis zum Sonntag ist die Stadt an der Mulde Ausrichter des landesweit größten Volksfestes, bei dem sich Städte und Regionen präsentieren.

Kanadische Reiter in Uniform
Themenblöcke spiegeln Geschichte und Gegenwart Sachsens wider, sagt Bürgermeister Matthias Berger (parteilos). „Das Motto heißt weltoffenes Sachsen.“ Im Festzug am Sonntag werden 15 Nationen vertreten sein. „Sogar waschechte Mountys aus Kanada reiten mit“ , verrät Berger. Die Reiter in Uniform kommen aus der kanadischen Partnerstadt Leduc. Das Landesfest in Grimma integriert in diesem Jahr das Deutsche Musikantentreffen, bei dem 45 Formationen mit 1700 Musikern aus acht Ländern aufspielen.
Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) würdigt die in den vergangenen Jahren gewachsene Internationalität des Festes. Mit den Begegnungen trage der Tag der Sachsen dazu bei, dass Europa weiter zusammenwächst.
Rund 1,4 Millionen Euro wird das Fest kosten. Das Geld kommt vom Land und von Sponsoren. Wenn das Wetter stimmt, hofft Berger auf bis zu eine halbe Million Besucher. Sie sollen sehen, was für ein Schmuckstück die 20 000-Einwohnerstadt seit dem Hochwasser wieder geworden ist. Rings um den Markt tragen Gebäude die Markierungen mit den einstigen Hochwasserständen. Die Innenstadt war damals in den Fluten versunken. Heute treffen Besucher auf einen pulsierenden, lebendigen Ort.
Wer in den Festtagen nach Grimma kommt, trifft auf eine Kommune, der es gut geht. Der Einwohnerverlust pro Jahr liegt bei lediglich 0,1 bis 0,2 Prozent. „Die Straßen sind in Ordnung, wir haben die modernste Feuerwehr in Sachsen, und es wird gerade die hochmoderne neue Polizeidirektion Westsachsen gebaut.“ 4,4 Millionen Euro aus der Gewerbesteuer lassen der Kommune Spielräume. Der Haushalt ist ausgeglichen.

Keine Liederflut in diesem Jahr
„Letztlich haben wir von der Flut profitiert“ , resümiert Berger. Manches, was wiederaufgebaut werden musste, ent stand schöner und moderner als er vorher war. Den Helfern der Flut sagt die Stadt alljährlich mit dem Musikfestival „Grimmaer Liederflut“ Danke. In diesem Jahr gibt es die Liederflut wegen des Landesfestes nicht. Aber im Festzug werden auch die dramatischen Hochwasserereignisse von vor sechs Jahren einen Platz haben, versichert Berger.