Griechenland schlittert nach dem Scheitern der Verhandlungen mit seinen Gläubigern in eine der größten Krisen seiner Geschichte. Im Fokus stehen dabei zunächst die Banken.

Die Europä ische Zentralbank (EZB) hat die Nothilfen an Griechenlands Finanzinstitute zwar vorerst nicht gestoppt - was möglicherweise zahlreiche von ihnen in die Pleite getrieben und damit auch die griechische Wirtschaft lahmgelegt hätte. Dennoch setzte die Notenbank mit der Entscheidung vom Sonntag, den Geldhahn nicht noch weiter aufzudrehen, Athen unter Zugzwang. Im Raum stehen vorübergehende Bankenschließungen oder sogenannte Kapitalverkehrskontrollen.

Die griechische Regierung hatte völlig überraschend eine Volksabstimmung über die von den Geldgebern geforderten Reformen am kommenden Sonntag angekündigt und gleichzeitig deren Ablehnung empfohlen. Das Parlament beschloss am Samstagabend dieses Referendum.

In dieser Woche läuft zudem das Hilfsprogramm von Euro-Partnern, Internationalem Währungsfonds (IWF) und EZB für Athen aus. Damit fehlen dem hoch verschuldeten Land Milliarden, die dringend zur Tilgung von Schulden benötigt werden. Denkbar sind damit auf mittlere Sicht auch der Staatsbankrott und das Ausscheiden aus der Eurozone.

Nach dem Scheitern der Verhandlungen haben die Grünen einen EU-Sondergipfel gefordert. "In der Zuspitzung der Krise dürfen nicht die Finanzminister das letzte Wort haben", erklärten die Fraktionsvorsitzenden Katrin Göring-Eckardt und Anton Hofreiter am Sonntag. Hintergrund & Meinung Seite 7