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Griechenland beharrt auf Verteilung von Flüchtlingen in ganz Europa

Athen. Griechenland stöhnt unter der Zahl an Flüchtlingen und Migranten, deren Zustrom über die Ägäis kein Ende findet. Da der nördliche Nachbar Mazedonien seine Grenzen weiter geschlossen hält, rechnet Athen damit, dass in Kürze mehr als 100 000 Migranten in Griechenland festsitzen könnten.

Angesichts der immer dramatischeren Lage drängt Regierungschef Alexis Tsipras auf die zugesagte Flüchtlings-Verteilung in ganz Europa. Sollte dies nicht endlich umgesetzt werden, drohte er, die Beschlüsse des EU-Türkei-Gipfels am nächsten Montag zu blockieren. Tsipras kritisierte insbesondere Mazedoniens Grenzblockade: "Diese Alleingänge sind inakzeptabel. Die Flüchtlingskrise kann nicht ein Land allein bewältigen", sagte er am Dienstag. Mazedoniens Außenminister Nikola Poposki verteidigte die Grenzschließung. "Es handelt sich dabei überwiegend um Wirtschaftsmigranten und nicht um Kriegsflüchtlinge", sagte er.

Kanzlerin Angela Merkel dringt darauf, die Krise zwischen Mazedonien und Griechenland vor Ort zu lösen. Es gelte, eine Politik des Durchwinkens zu beenden, sagte sie. "Es gibt Übernachtungsmöglichkeiten und Aufenthaltsmöglichkeiten auch in Griechenland. Die müssten auch von den Flüchtlingen genutzt werden." Es gebe "eben nicht ein Recht, dass ein Flüchtling sagen kann, ich will in einem bestimmten Land der Europäischen Union Asyl bekommen". dpa/bl Hintergrund Seite 10