"Was mir vorschwebt, ist eine Außenstelle einer polnischen Partner-Staatsanwaltschaft in meinem Hause", sagte Weber in Frankfurt (Oder). Die Verfahren sollten "mit binationalem Ansatz" gesichtet werden. Dann sollte entschieden werden, wie der Fall aufgeteilt werde.

Aktuell seien bei einem Täter aus der polnischen Stadt Slubice und einem deutschen Tatort wie Frankfurt beispielsweise beide Staatsanwaltschaften zuständig. Zunächst sollten eher die Fälle von Alltagskriminalität wie Ladendiebstähle oder Schlägereien auf diese Weise bearbeitet werden, sagte Weber. Später, wenn die Vorgehensweise erprobt ist, könnten auch Fälle von Menschenhandel oder die Autoschiebermafia hinzu kommen.

Ziel sei es, dass die Bearbeitung "vor allem schneller als bislang läuft und im Ergebnis erfolgreicher, weil die richtigen Verfahren an der richtigen Stelle geführt werden". Vorbild sei das gemeinsame Lagezentrum der Polizei in Swiecko. "Das Polizeiprojekt läuft erfolgreich." Diese Idee will Weber auf die Justiz übertragen. Insgesamt sei es aber ein schwieriges Unterfangen, sagte Weber.

Für eine Umsetzung der deutsch-polnischen Zusammenarbeit sei Unterstützung aus Berlin und Warschau nötig. "Die finanzielle Seite wäre noch am einfachsten zu regeln." Räume gebe es in Frankfurt. Weber hat seine Idee bereits Brandenburgs Justizminister Volkmar Schöneburg (Linke) vorgestellt.

Und von seinen polnischen Amtskollegen gebe es positive Rückmeldungen. "Nun muss die Idee auf Bundesebene gehoben werden."

Für die Zusammenarbeit seien natürlich Sprachkenntnisse nötig, sagte Weber. Auf polnischer Seite gebe es diese, aber die Deutschen hinkten hinterher. "Wir brauchen mehr Doppelsprachler", forderte er deshalb. Nur so könnten die richtigen Weichen ganz am Anfang eines Verfahrens gestellt werden - das gelte nicht nur für die Justiz: "Wir versuchen, unsere Zusammenarbeit auf allen Feldern zu intensivieren und so selbstverständlich zu machen, als gäbe es keine Grenze und als gäbe es keine Sprachgrenze."