Die Umweltschutzorganisation Greenpeace will das Braunkohlengeschäft von Vattenfall in eine gemeinnützige Stiftung überführen. Damit soll der Verkauf der Lausitzer Braunkohle an tschechische Investoren verhindert und ein Ausstieg aus Förderung und Verstromung bis 2030 gesichert werden. Das gab Greenpeace am gestrigen Dienstag in Berlin bekannt.

Einem im Auftrag von Greenpeace erstellten Gutachten zufolge habe die Lausitzer Braunkohle derzeit einen Wert von 500 Millionen Euro. Hohe Folgekosten etwa für Tagebau-Renaturierung und Kraftwerks-Rückbau würden den Preis auf einen Negativbetrag von mehr als zwei Milliarden Euro drücken, sagte Greenpeace-Managerin Annika Jacobsson. Deswegen solle der staatliche schwedische Konzern das Startkapital für die Stiftung zur Verfügung stellen. Der schwedische Staat oder die Länder Brandenburg und Sachsen könnten sich mit Steuergeldern an der Finanzierung beteiligen.

Für die Cottbuser IG BCE-Bezirksleiterin Ute Liebsch ist diese Greenpeace-Offerte "schlimmer als manch Treuhandverkauf in den 1990er-Jahren". Wie Brandenburgs Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD) betonte sie, dass Greenpeace neue Verunsicherung in der Lausitz produziere. Dagegen begrüßten Vertreter des Bauernbundes oder der Allianz für Welzow die Pläne.

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