Nach einem Bericht der "Leipziger Volkszeitung" (Samstagausgabe) hat die Kommission unter der Leitung von Ex-General Hans-Peter von Kirchbach ein unprofessionelles Zusammenspiel der Krisenstäbe festgestellt.
Im Zentrum der Kritik stünden veraltete Katastrophenalarm-Pläne sowie Fehler in der Meldekette. Weil ein einheitliches Meldesystem fehlte, seien Verantwortliche vor Ort nicht immer ausreichend über die Gefahrenlage informiert gewesen. So seien Pegelstände auf dem Weg vom zuständigen Landesamt für Umwelt und Geologie über die Regierungspräsidien und Landkreise nicht in jedem Fall an die Bürgermeister weitergeleitet worden.
Darüber hinaus sei das Hochwasser-Meldesystem zu stark auf die Elbe konzentriert gewesen, die Lage im Erzgebirge zu wenig berücksichtigt worden. Vor allem aber müssten Katastrophenschutz, Rettungsdienst, Brandschutz und Polizei in Zukunft enger zusammenarbeiten.
Der Kirchbach-Bericht soll heute offiziell vorgestellt werden. Die bereits bekannt gewordenen Inhalte setzen Innenminister Rasch erneut unter Druck. Er war bereits unmittelbar nach der Flut von der Opposition für Fehler im Krisenmanagement verantwortlich gemacht worden. Rücktrittsforderungen wurden laut.
Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" heißt es im Umfeld Kirchbachs, Raschs Ministerium sei überfordert gewesen und habe "ein zeitweise desolates Bild abgegeben". Selbst Kabinettskollegen würden Rasch "Blassheit und Zögerlichkeit" vorwerfen.
Die SPD-Landtagsfraktion verlangte von der Staatsregierung, den Kirchbach-Bericht unverzüglich dem Parlament zuzuleiten. Zudem sprach sich ihr innenpolitischer Sprecher Peter Adler für umfassende Neuerungen beim Katastrophenschutz aus. Unter anderem verlangte er eine Neuorganisation der Stabsarbeit, die Errichtung eines flächendeckendes Sirenensystems und eine klare Kostenregelung für Katastropheneinsätze.