"14 ist eine gute Nummer, aber festlegen kann ich mich jetzt darauf nicht", erklärte Technik-Chef Horst Amann dem Sender „hr-iNFO“ am Dienstag mit Blick auf eine mögliche Eröffnung im Jahr 2014. Weiter sagte er: "Die Probleme sind leider Gottes nach dem, was wir jetzt wissen und was wir sehr mühevoll in den letzten Monaten aufgedeckt haben, heftig, sehr heftig. Und zwar so gravierend, fast grauenhaft, dass die Maßnahmen, die wir jetzt ergriffen haben, notwendig waren."

Am Sonntagabend war bekanntgeworden, dass auch der Eröffnungstermin für 2013 nicht gehalten werden kann. Der erfahrene Planungsmanager Amann (59) war im August als Retter des Projekts aus Frankfurt nach Berlin geholt worden. Nach mehreren Verschiebungen sollte der Flughafen im Oktober dieses Jahres öffnen. Der Zeitplan könne nicht eingehalten werden, da die Mängel im Verborgenen lagen, "und wir beispielsweise nicht mehrere hunderttausend Quadratmeter Decken aufreißen konnten", sagte Amann dem Sender.

Angesichts des Debakels um den Hauptstadtflughafen hat der Wirtschaftsrechtsexperte Michael Adams fehlenden Sachverstand im Aufsichtsrat der Betreibergesellschaft beklagt. "Man hätte dort wirklich von Anfang an auf Sachverstand statt auf Staatsführungskunst setzen müssen", sagte Adams, Professor für Wirtschaftsrecht an der Universität Hamburg, am Dienstag im „Deutschlandradio Kultur“. "Das ist meiner Meinung nach der entscheidende Fehler."


Zwar benötige man im Aufsichtsrat eines solchen öffentlichen Großbauprojekts auch Politiker, doch noch wichtiger sei der Sachverstand von Ingenieuren, die den Vorstand kontrollierten. "In der Privatwirtschaft würde keiner riskieren, so etwas zu machen. Das Unternehmen wäre natürlich dann auch finanziell erledigt. Und das kann eben nicht auf den Steuerzahler zugehen und nachher in dessen Taschen greifen." Das Flughafenprojekt scheine darin anderen Großprojekten wie der Hamburger Elbphilharmonie zu ähneln. "Anstatt bis zum Ende durchzuplanen, bis auf 90 Prozent genau, hat man begonnen und dann darauf vertraut, die Steuerzahler und diejenigen, die von Einsparungen betroffen sind, machen es mit."