Nicolas, 15 Jahre alt, war erneut an Leukämie erkrankt und kämpfte in diesen Tagen, wo sich alle "Alles Gute und viel Gesundheit für 2015" wünschten, um sein Leben. Nur eine bisher nur in den USA zugelassene Therapie versprach einen leisen Hoffnungsschimmer, seine Krankheit bekämpfen zu können. Fast 200 000 Dollar sollten Nicolas' Eltern dafür aufbringen.

Der Spendenaufruf war schnell geschrieben. Die Zweifel blieben. Würde es wirklich gelingen, so eine große Summe aufzutreiben? Noch dazu in möglichst kurzer Zeit, denn schon in vier Wochen müsste das Geld überwiesen sein.

Was ich für fast unmöglich hielt, ist gelungen! Nur wenige Tage später rief mich Opa Kutter an: Er habe einen Schnaps getrunken und danach das Glas mit Tränen gefüllt — vor Freude, dass das Spendenkonto die nötige Summe erreicht habe und Nici in Begleitung seiner Mutter nach Amerika fliegen werde.

"Wir können nur staunen, wie viele Menschen geholfen haben. Ihnen allen gilt unser Dank", haben Christa und Rudolf Kutter seitdem noch viele Male bekräftigt. Ihr Enkel ist nach erfolgreicher mehrmonatiger Behandlung im Sommer nach Hause zurückgekehrt. Die Krebszellen in seinem Körper waren vernichtet.

Seitdem kämpft er sich ins Leben zurück. Seine Blutwerte sind noch immer im untersten Bereich, aber ausreichend, um den Alltag mit Familie und Freunden teilen zu können. Den Abschluss der 10. Klasse hat er zwar dann doch nicht geschafft, weil er so lange in der Schule gefehlt hat, aber das nimmt er hin. Er geht klettern, tanzen, gibt Nachhilfe in Latein, war in den Herbstferien auf dem Gletscher Ski fahren und sagt: "Es geht mir derzeit gut — so soll es auch bleiben."

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