Die Attacke in der muslimisch geprägten Provinz Xinjiang habe einen terroristischen Hintergrund, teilten die Behörden in der Hauptstadt mit. Bei den beiden Attentätern, die festgenommen wurden, handelt es sich den staatlichen Medien zufolge um zwei muslimische Uiguren. Laut dem Sprecher des Olympia-Organisationskomitees, Sun Weide, prüft Peking einen möglichen Zusammenhang mit den Spielen.
Die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, zwei Angreifer seien in der Stadt Kashgar in einem Lastwagen auf eine Gruppe von 70 Grenzpolizisten zugefahren und hätten zwei Granaten geworfen. Den Angaben zufolge starben 14 Polizisten am Anschlagsort, zwei weitere im Krankenhaus. Die Polizei sprach von einem terroristischen Hintergrund. Xinhua berichtete später, die beiden Attentäter im Alter von 28 und 33 Jahren gehörten der muslimischen Volksgruppe der Uiguren an. Einer der beiden habe bei dem Angriff durch die Explosion eines selbstgebauten Sprengsatzes einen Arm verloren.
Ein deutscher Augenzeuge sprach von zwei starken Explosionen. Die Polizei habe überprüft, ob sein Fotoapparat Aufnahmen des Angriffs enthielt, sagte Siegfried Maurer.
Der in Europa ansässige Uigurische Weltkongress, eine Gruppe von Exil-Uiguren, erklärte, die Behörden hätten im Vorfeld der Olympischen Spiele zahlreiche Uiguren festgenommen. Dies habe die Stimmung in der Region zusätzlich angeheizt, schilderte Sprecher Dilxat Raxit. Xinjiang wird vorwiegend von der muslimischen Minderheit der Uiguren bewohnt. Uigurische Rebellengruppen kämpfen für die Gründung eines eigenständigen Staates Ost-Turkestan.
Der China-Experte der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch, Nicholas Bequelin, sprach von dem schwersten jemals aus Xinjiang gemeldeten Anschlag, sollte sich die Totenzahl bestätigen. 1997 waren bei einer Serie von Bombenanschlägen in der Hauptstadt Urumqi neun Menschen ums Leben gekommen.
"Was die Olympischen Spiele angeht, vertrauen wir darauf, dass die Behörden alles Menschenmögliche tun werden, um eine sichere Veranstaltung zu gewährleisten", sagte IOC-Sprecherin Giselle Davies. (AFP/ta)