Pirna-Sonnenstein war eine von sechs Tötungsanstalten, in denen die Nazis ihr sogenanntes Euthanasie-Programm umsetzten.

In der früheren Heil- und Pflegeanstalt wurden fast 14 000 psychisch Kranke und geistig Behinderte sowie mehr als 1 000 Häftlinge aus Konzentrationslagern von den Nazis umgebracht. Sie wurden in der Gaskammer getötet, verbrannt und ihre Asche wurde zum Teil auf den angrenzenden Berg gekippt.

Die Asche der NS-Opfer wurde erst 2002 von Wissenschaftlern entdeckt. Bei den Bohrungen wurden auch Reste von Verbrennungsöfen nachgewiesen.

Mehr als 70 Jahre nach den schrecklichen Geschehnissen sei die Gräberstätte „ein Zeichen dafür, dass die europäische Zusammenarbeit funktioniert und ein gemeinsames europäisches Gedenken gelingt“, erklärte der sächsische Staatssekretär für Wissenschaft und Kunst, Henry Hasenpflug (CDU) zur feierlichen Übergabe. Der Erinnerungsort entstand für rund 150 000 Euro.