?“-Abschied eine Parallele hergestellt. Witzig und schnoddrig, wie es seine Art ist und wofür ihn ein Millionen-Publikum liebt. Im Mittelpunkt zu stehen, sei ihm nie unangenehm gewesen, ulkte er gelassen vor der Generalprobe in Friedrichshafen. „Ich brauche die Wundertüte“, gibt der ZDF-Kult-Moderator zu, um sogleich auf den Freiherrn (KT) aus seiner fränkischen Heimat anzuspielen: „Ich bin ein ‚zoon politikon', ein echtes Gemeinschaftswesen, das sein Publikum braucht.“

Wer den 61-Jährigen über die Jahrzehnte verfolgt hat, der nimmt ihm das ab. Gerade deshalb dürfte ihn das Aus mehr bewegen, als er es öffentlich zugeben will. Aber Gottschalk hat nach seiner zweifellos schwersten Stunde vor Livekameras – als Wettkandidat Samuel Koch schwer verunglückte – gesagt, dass er nicht weitermachen könne, als wäre nichts geschehen. Das scheinen die Tommy-mach-weiter-Rufer schon vergessen zu haben. Gottschalk aber nicht. Wie Guttenberg ist ihm ein schwerer Fehler unterlaufen. Während der Freiherr, ohne Demut und Reue wegen seiner betrügerischen Plagiate zu zeigen, auf Milde seines Publikums baut, bleibt sich Gottschalk treu: alles ja, aber nicht mehr „Wetten, dass ..?“. Stark, Tommy!