11 Uhr die Karnevalsaison eröffnet, als Norbert Röttgen zeitgleich in Berlin verkündete, Bund und Länder wollten eine neue, bundesweite Suche nach einem Atommüllendlager. "Es gibt eine weiße Landkarte, eine Suche ohne Tabus", betonte der damalige Bundesumweltminister. Seitdem gab es viel Maskerade und Rollenspiele der Protagonisten - aber keine Einigung.

Am Freitag nun startete Röttgens Nachfolger Peter Altmaier den womöglich letzten Anlauf, um einen Neustart nach der Wahl in Niedersachsen (20. Januar), aber noch vor der Bundestagswahl zu schaffen. "In parteiübergreifenden Gesprächen habe ich den Eindruck gewonnen, dass wir uns im Februar auf einen gemeinsamen Gesetzentwurf einigen werden", sagte der CDU-Politiker.

Einen großen Stolperstein räumte er dafür aus dem Weg: Gorleben. Zwar nicht ganz, wie es Atomgegner, die Linke und Teile von SPD und Grünen wollen. Es ist aber eine Anordnung, die den Einigungswillen unterstreichen soll.

Bis zur Bundestagswahl im September 2013 sollen die 200 Bergleute in den Salzstollen 800 Meter unter der Erde keine weiteren Erkundungsarbeiten ausführen. Da diese bis auf Tiefbohrungen zuletzt ohnehin schon ruhten und Atomkraftgegner daher ihre Proteste vor den Toren des Erkundungsbergwerks vorerst eingestellt haben, ist es ein eher symbolischer Akt. "In Gorleben werden keine Fakten mehr geschaffen", betont SPD-Chef Sigmar Gabriel.

Gibt es einen Konsens für eine neue Suche, soll die Erkundung dauerhaft ruhen. Bis zu einer endgültigen Entscheidung, ob es irgendwo eine bessere Alternative gibt. Die Prüfung, die bis weit über 2020 hinaus dauern wird, braucht dann einen breitest möglichen Rückhalt.