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| 01:03 Uhr

Görlitzer Visionen vom Brückenbau

Wer sich heute in Görlitz und der polnischen Nachbarstadt Zgorzelec auf die Spur des geplanten Brückenparks begibt, braucht vor allem eines: Fantasie. Von Marc Strehler

Wo marode Indus triebauten und verwilderte Brachflächen das Bild entlang der Neiße prägen, soll in den kommenden Jahren ein gemeinsames kulturelles Zentrum beider Städte entstehen. Die Stadtoberen und das Kulturhauptstadt-Team arbeiten mit Nachdruck daran, dass aus dieser Vision Realität wird. Schließlich ist der Brückenpark das zentrale Element der Görlitzer Bewerbung als Kulturhauptstadt Europas 2010.
Der Görlitzer Stadtrat hat jetzt weitere 50 000 Euro für vorbereitende Untersuchungen zum Brückenpark freigegeben. Sie sollen den Weg dafür ebnen, dass die Stadt 2005 und 2006 Anträge auf Fördermittel aus dem Bund-Länder-Programm Städtebauliche Erneuerung sowie aus dem EU-Fonds für regionale Entwicklung einreichen kann.

Viele Fragen offen
Noch sind bei dem Sanierungsprojekt viele Fragen offen. Zwar gibt es Entwürfe von polnischen und deutschen Studenten dazu, wie der Brückenpark eines Tages aussehen könnte. Noch ist allerdings nicht geklärt, was davon in die Tat umgesetzt werden wird. Das hängt nicht zuletzt davon ab, ob es für kühne Projekte wie eine in der Neiße schwimmende Bühne Bedarf gibt, sagt Kai Grebasch, Sprecher des Görlitzer Kulturhauptstadt-Büros.
Der marode Backsteinbau des ehemaligen "VEB Kondensatorenwerk" direkt an der Neiße, durch dessen zerborstene Scheiben ein muffiger Geruch weht, könnte zu Räumen für die Hochschule werden. Auch ein Literaturhaus könnte hier einen Platz finden. Auf der polnischen Seite, gleich bei der im Oktober 2004 eingeweihten Altstadtbrücke, ist ein Medienforum angedacht. Außerdem soll es ein Forum für moderne Kunst geben. Bestehende Bauten wie Stadthalle und Synagoge sollen saniert werden, weitere Fußgängerbrücken das deutsche und polnische Ufer verbinden.

Kraft der Signale
Noch kann man sich das alles nicht so recht vorstellen. Der Görlitzer Kulturhauptstadt-Manager Peter Baumgardt hatte deshalb die Devise ausgegeben: "Wir wollen den Brückenpark erlebbar machen."
Schonungslos legte er den Stadträten dar, wo er Görlitz im Hintertreffen im Vergleich zu Essen, dem einzigen verbliebenen Mitbewerber um den Kulturhauptstadt-Titel, sieht: beim Stadt- und Regionalmarketing und der touristischen Infrastruktur.
Ausschlaggebend werde die visionäre Kraft sein, mit der Görlitz und Zgorzelec Signale der europäischen Einigung und der Kooperation setzten.
Informationen im Internet: www.goerlitz2010.de