Schwan, die 2004 und 2009 für das Amt der Bundespräsidentin kandidierte, stehe exemplarisch für die Zusammenarbeit an der Nahtstelle zwischen Ost- und Westeuropa. Der mit 2500 Euro dotierte Preis wird in der Görlitzer Synagoge verliehen. Die Laudatio hält Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD).

Mit dem Brückepreis der Europastadt Görlitz-Zgorzelec werden seit 1993 Persönlichkeiten geehrt, die sich um Aussöhnung und Verständigung in Europa verdient gemacht haben. Die diesjährige Wahl wurde damit begründet, dass Gesine Schwan auf verschiedene Weise als Mittlerin über Grenzen hinweg gewirkt habe. Während ihrer Präsidentschaft an der Europa-Universität Viadrina von 1999 bis 2008 habe sie es polnischen Studenten ermöglicht, in Frankfurt (Oder) zu studieren. Zeitgleich initiierte sie die Gründung des Collegium Polonicum in der Nachbarstadt Slubice.

Schwan war Initiatorin der Deutsch-Polnischen Wissenschaftsstiftung. Auch als Koordinatorin der Bundesregierungen unter Gerhard Schröder (SPD) und Angela Merkel (CDU) engagierte sie sich für die Zusammenarbeit mit Polen. Ihre Dissertation schrieb sie über den polnischen Philosophen Leszek Kolakowski. Gegenwärtig setze sie sich unter anderem für den Austausch von Studierenden aus Deutschland, Polen, Tschechien und Weißrussland sowie für das Europäische Jugendparlament ein, hieß es weiter.

Der Görlitzer Brückepreis ging in der Vergangenheit unter anderen an die frühere Herausgeberin der Wochenzeitung „Die Zeit“, Maria Gräfin Dönhoff, an den früheren polnischen Außenminister Wladyslaw Bartoszewski, an Sachsens langjährigen Ministerpräsidenten Kurt Biedenkopf (CDU) sowie im vergangenen Jahr an Polens ehemaligen Ministerpräsidenten Tadeusz Mazowiecki.