Von Michael Gabel

In den Markt für Sportwetten kommt Bewegung. Die Ministerpräsidenten der Länder wollen bei ihrem Treffen heute in Berlin den Weg dafür freimachen, dass der Staat Konzessionen vergeben kann. Andere Angebote wären damit illegal. Frühere Anläufe sind gescheitert, weil sich die Länder nicht auf ein einheitliches Vorgehen einigen konnten.

Konzessionen sollen künftig nur Anbieter erhalten, die einen ausreichenden Jugend- und Spielerschutz gewährleisten. So sollen Minderjährige generell am Spielen gehindert und Live-Wetten etwa auf das nächste Tor verboten werden. Das Weiterleiten von Sportwetten-Plattformen auf Online-Casinos wäre ebenfalls verboten.

Nach Angaben aus Kreisen der Ministerpräsidenten haben sich die Bundesländer auf einen gemeinsamen Weg geeinigt. Auch Brandenburg hat nach Angaben der Staatskanzlei mit einem Kabinettsbeschluss dem Glücksspieländerungsvertrag zugestimmt. Bis Mitte April soll er von sämtlichen Bundesländern unterzeichnet sein und Anfang 2020 in Kraft treten.

Der Vorstoß soll Ordnung in einen derzeit rechtsfreien Raum bringen. Denn das Abschließen von Sportwetten ist derzeit schon möglich, aber in erster Linie deshalb, weil die für den Glücksspielmarkt zuständigen Länder Anbieter wie beispielweise Bwin oder Tipico gewähren ließen. Einen Sonderweg beschritt allerdings Schleswig-Holstein. Die damalige schwarz-gelbe Landesregierung vergab 2011 eigene Lizenzen, und zwar außer für Sportwetten auch für Online-Casinos. Die Genehmigungen liefen zu einem großen Teil vor sechs Wochen ab. Der deutsche Sportwettenmarkt wächst beständig. 2018 hatte er ein Volumen von rund sieben Milliarden Euro. Im Kampf gegen illegale Online-Casinos ist weiter keine Lösung in Sicht. Dieser Markt ist etwa zehn Mal so groß wie das Sportwettenangebot. Kommentar Seite 8