Glück auf, Paris: Das Erzgebirge kommt! Die traditionelle Bergbauregion kann sich jetzt länderübergreifend um den Titel Unesco-Welterbe bewerben. Sachsens Kabinett hat am Freitag in Dresden der Bewerbung zugestimmt, wie Innenminister Markus Ulbig (CDU) mitteilte.

"Das ist ein guter Tag für uns", kommentierte der Landrat von Mittelsachsen, Volker Uhlig (CDU). 35 Städte und Gemeinden sowie drei Landkreise aus Sachsen hatten sich für die Bewerbung vor drei Jahren zu einem Welterbekonvent zusammengeschlossen, dessen Sprecher Uhlig ist. "Der Antrag hat eine hohe Akzeptanz bei den Menschen in der Region", sagte Innenminister Ulbig und verwies darauf, dass der für die Bewerbung gebildete Förderverein Montanregion Erzgebirge auf den Tag genau sein zehnjähriges Bestehen feiern könne.

Zum Projekt "Montane Kulturlandschaft" gehören etwa 500 einzelne Objekte an 44 sächsischen Standorten, dazu kommen bis zu fünf weitere auf der tschechischen Seite in Böhmen.

Sachsen wird nun den deutsch-tschechischen Antrag für das Nominierungsverfahren weiterleiten. Offiziell soll er im Februar kommenden Jahres von Deutschland an die Unesco in Paris übermittelt werden. Mit einer Entscheidung wird für Sommer 2015 gerechnet, hieß es. Der Welterbeantrag umfasst fünf Bände mit zusammen 1500 Seiten - davon 800 Seiten Antragstext sowie eine Fotodokumentation, Kartenmaterial und ein Managementplan. Der Antrag bei der Unesco soll gemeinsam mit der Tschechischen Republik gestellt werden.

Derzeit wird in der Region vor allem nach Kupfer, Zinn, Wolfram, Nickel, Indium und Molybdän sowie Fluss- und Schwerspat gesucht. So ist in Niederschlag bei Oberwiesenthal wieder mit dem Bergbau begonnen worden. Dort soll nach 2014 Fluss- und Schwerspat gefördert werden. In Geyer gab es Probebohrungen nach Zinn. Die Region träumt vom "neuen Bergbau" . Das Erzgebirge könnte seinem Namen bald wieder Ehre machen. Zur Bergbaugeschichte gibt es rund 2500 Montandenkmäler unter Tage, Bergbaulandschaften, Bergstädte und viele Traditionen.