Täter seien meist Ehemänner und Lebensgefährten, aber auch ehemalige Partner, die nicht vor Gewalt zurückscheuten.

Im vergangenen Jahr wurden laut Polizeistatistik 4046 Straftaten im Land in Zusammenhang mit häuslicher Gewalt angezeigt. Dabei geht es meist um Delikte gegen das persönliche Leben, sexuelle Selbstbestimmung, aber auch Erpressung und Stalking. Das ist nach den Angaben ein Anstieg um 5,3 Prozent im Vergleich zu 2013. "Die Dunkelziffer ist aber immer noch hoch", sagte die Gleichstellungsbeauftragte. Etwa drei Viertel der Betroffenen waren weiblich. Unter den Opfern waren 582 Kinder und Jugendliche. Die Opfer seien offenbar heute eher bereit, Anzeige zu erstatten, so von der Lippe weiter.

Im Kampf gegen häusliche Gewalt sollen Ärzte in Sachsen künftig sensibler und professioneller agieren. Medizinern komme bei dem Thema eine Schlüsselrolle zu, erklärte die Landes-Gleichstellungsministerin Petra Köpping (SPD) am Montag. Häufig würden sie in den Praxen als Erste mit den Folgen häuslicher Gewalt konfrontiert.

In den nächsten Tagen soll daher eine Befragung von rund 20 000 Ärzten und Zahnärzten in Sachsen anlaufen. In 25 Fragekomplexen wird etwa das Wissen der Ärzte über häusliche Gewalt sowie zu Schutz- und Beratungsangeboten erfasst. Anhand der Ergebnisse soll der 2007 erstellte Leitfaden aktualisiert sowie die Vernetzung mit Beratungsstellen verbessert werden.