Mit dem günstigen Ankauf habe sich eine einmalige Chance ergeben, sagte Professor Werner Koch, der die Studienrichtung Wandmalerei und historische Architekturfarbigkeit im Studiengang Restaurierung, vertritt. Nun könnte intensiver im Bereich Denkmalpflege - vor allem mit Mosaiken aus dem 19. und 20. Jahrhundert - gearbeitet werden. Gläser in dieser Vielfalt und Qualität - zum Teil gut 50 Jahre alt - seien kaum zu finden, sagte Wolf. "Studenten müssen jetzt nicht mehr nur mit der Theorie vorliebnehmen, sondern können sich auch praktisch erproben." In den kommenden Woche müsse der "Glasschatz" - etwa DIN A4 große Platten, die etwa 2,5 Zentimeter dick sind - eingelagert werden. Der bisherige Besitzer Kurt Stugis, Glasmaler und Restaurator aus Altlandsberg (Märkisch-Oderland), freut sich, seinen nicht mehr benötigten Schatz in gute Hände geben zu können. "In der DDR-Mangelwirtschaft musste rechtzeitig bestellt werden, um im Falle des Falles für ein Projekt gerüstet zu sein", erklärte der 68-Jährige den im Laufe der Jahrzehnte angewachsenen Materialberg. "Mit den vielen Farben kann jetzt problemlos ein wunderschöner Regenbogen in Glas gemalt werden", beschreibt er. Allein 20 Rottöne gehören zur Farbpalette, dazu das ganze Farbspektrum. Heute übernehme seine Werkstatt andere Aufgaben und benötige die Gläser nicht mehr. "Es tut mir nicht weh, sich nach den vielen Jahren von den Gläsern zu trennen", sagte Stugis. "Ich werde aber verfolgen, was die Studenten in Potsdam damit anfangen." Vor allem werde er den jungen Leuten über die in den 1960er-Jahren entwickelte, heute aber kaum noch praktizierte Beton-Glas-Technologie berichten. Es gebe kaum Bücher dazu. Stugis hatte selbst viele Jahre damit gearbeitet. dpa/mb