Doch was das politische Leben des SPD-Kanzlerkandidaten angeht, da herrscht ja bekanntlich eher Endzeitstimmung.

Fast eine Viertelstunde lang hatte Parteichef Sigmar Gabriel am Montag auf seiner ersten Pressekonferenz im neuen Jahr die lichten Höhen der Sozialdemokratie beschrieben und die Kanzlerin für ihr regierungsoffizielles (Nichts)-Tun gebrandmarkt - um sich anschließend nur mit mehr oder minder bösen Fragen zu Steinbrück herumärgern zu müssen. Nach dessen Vortragshonoraren und der für sozial Schwächere wenig mitfühlenden Ansicht, dass ein Wein für fünf Euro unter aller Würde ist, sorgte nun Steinbrücks Exkurs über das Kanzlergehalt für Zündstoff. Alles nur eine "alberne Debatte", warf Gabriel etwas gereizt ein.

Doch offenbar verfängt sie bei den Wählern. Forsa sieht die SPD nur noch bei 25 Prozent der Stimmen. So wenig wie noch nie seit Steinbrücks Inthronisierung als Kanzlerkandidat. Da ist es für die Genossen gut zu wissen, dass 2013 noch ein weiterer bemerkenswerter Geburtstag ansteht: 150 Jahre SPD. So betrachtet kann alles nur besser werden.