Gisbert Hiller hat unter dieser Bezeichnung den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt.
"Die offizielle Berufsbezeichnung lautet Natur- und Landschaftspfleger", erklärt der Bautzener, den es schon seit jeher in die Natur zog. Wandern, Bergsteigen oder Angeln standen im "Freizeitkalender" des Feingerätemechanikermeisters immer ganz oben.
"Durch Arbeitslosigkeit reifte in mir der Entschluss, einen grünen Beruf zu erlernen", berichtet Gisbert Hiller. So setzte er sich von 2002 bis 2003 in Grillenburg (Tharandter Wald) noch einmal auf die Schulbank und durchlief die Ausbildung zum geprüften Natur- und Landschaftspfleger. Ebenfalls 2002 wurde Gisbert Hiller Mitglied des Bundesverbandes Naturwacht e. V. oder, wie die Organisation auf gut englisch heißt, "German Ranger Association."
Mehrere Bewerbungen schlugen nach dem Ende der Ausbildungszeit jedoch fehl, so beispielsweise für das Kontaktbüro der Wolfsregion oder als Naturwächter des Biosphärenreservates Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft. "Wie das nun mal so ist im Naturschutz: Arbeit gibt es genug, aber kein Geld, um sie zu bezahlen." Also entschloss sich Gisbert Hiller, sein Glück in die eigenen Hände zu nehmen und seine Dienste als "Oberlausitz-Ranger" auf freiberuflicher Basis anzubieten.
"Schwerpunkt meiner Tätigkeit ist die Umweltbildung", erklärt Gisbert Hiller - also Vorträge und Exkursionen für Kinder und Erwachsene. Auf diesem Gebiet arbeitet er eng mit dem Kontaktbüro der Wolfsregion zusammen und fungiert gleichzeitig als ehrenamtlicher Artbetreuer des Niederschlesischen Oberlausitzkreises (NOL), auf dessen Gebiet die meisten der Oberlausitzer Wölfe siedeln.
Mit den Wölfen verbindet Gisbert Hiller ohnehin eine besonders enge Beziehung - schon durch seine Siberian Huskys Cherokee und Layca, die noch viele Merkmale ihrer wilden Urahnen in sich tragen und mit denen er im Winter ausgedehnte Schlittentouren unternimmt. Doch auch selbst ist er einer der wenigen, die schon einen der Oberlausitzer Wölfe - wenn auch nur aus der Ferne und durch das Spektiv (ein ortsfestes Fernrohr) - gesehen haben, und zwar in der Nähe von Reichwalde.
"Ein richtiges Wolfsrudel ist mir aber schon in Finnland auf einer Tour mit meinen Schlittenhunden begegnet", erinnert sich Gisbert Hiller noch lebhaft. Viel Spaß machte ihm auch die Untersuchung der Losungen - so nennt sich das, was die Wölfe im Anschluss an ihre Mahlzeiten produzieren. "Einmal platzierte ich zum Größenvergleich ein Eurostück neben eine Losung und fotografierte diese. Seitdem hält sich hartnäckig das Gerücht, dass unsere Wölfe Geld legen", schmunzelt der Oberlausitz-Ranger.
Und im übertragenen Sinne könnte dies auch tatsächlich Realität werden - dann nämlich, wenn die Wölfe als ein Reichtum der Region angesehen werden und immer mehr interessierte Besucher anlocken. Den Boden für eine solche Entwicklung zu bereiten, darin sieht Gisbert Hiller ein Hauptziel seiner Tätigkeit als Oberlausitz-Ranger.
In der Umweltbildung sieht Oberlausitz-Ranger Gisbert Hiller sein Hauptbetätigungsfeld - hier erklärt er den Gipsabdruck einer Wolfsspur.