Im Gegensatz zu heute konnte Lew damals angesichts der florierenden Wirtschaft einen Haushaltsüberschuss verwalten. Lew gilt als einer der engsten Berater des im November wiedergewählten US-Präsidenten Barack Obama. Der bisherige Amtsinhaber Tim Geithner will nach Medienberichten Ende Januar zurücktreten. Auf seinen Nachfolger kommen bereits im Februar die schwierigen Verhandlungen über die Anhebung der US-Schuldengrenze hinzu.

Der aus New York stammende Lew, der in Havard und an der Georgetown University studierte, kann auf insgesamt 30 Jahre Tätigkeit als Politikberater in Washington zurückblicken. Zeitweise war er auch bei der Citibank tätig. Sein aus Polen stammender Vater arbeitete als Anwalt und Antiquar.

Zunächst hatte Präsident Barack Obama Lew im Jahr 2010 als Budgetdirektor angeheuert, Anfang 2012 wurde er Stabschef im Weißen Haus. Lew war bereits bei den äußerst zähen Verhandlungen mit den Republikanern im Sommer 2012 über die Erhöhung der Schuldenobergrenze beteiligt. Allerdings gibt es Vorbehalte, da Lew etwa an der Wall Street weitgehend ein Unbekannter ist, der nicht genügend Kenntnis und Verbindung zu den internationalen Finanzmärkten habe. Lew gilt bei Kollegen als zugänglich und als "Low key"-Berater, der gerne hinter den Kulissen agiert.

Lews Ernennung wäre die vierte Umbesetzung in Obamas neuem Kabinett. Bereits bekannt war, dass John Kerry im Außenministerium Hillary Clinton ersetzt und dass der republikanische Ex-Senator Chuck Hagel neuer Verteidigungsminister werden soll. Auch Arbeitsministerin Hilda Solis legt ihr Amt nieder. Die 55-Jährige nannte dafür in einem Brief an ihre Mitarbeiter private Gründe.