In mehreren Demonstrationszügen ging es zum Brandenburger Tor. Nach DGB-Angaben nahmen insgesamt etwa 14 000 Menschen teil. Die stellvertretende DGB-Bundesvorsitzende Elke Hannack verwies darauf, dass fast drei Millionen Menschen nur einen befristeten Arbeitsvertrag hätten. "Diesen Befristungs-Irrsinn darf die Politik nicht länger dulden", forderte Hannack. "Wer eine Familie gründen will, braucht Perspektiven und keinen befristeten Job."

Während der zentralen Kundgebung in Gelsenkirchen haben die Gewerkschaften einen Kurswechsel in der Renten- und in der Gesundheitspolitik gefordert. Die Rente müsse "im Alter für ein Leben in Würde" reichen, sagte der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Rainer Hoffmann, vor bis zu 1500 Demonstranten.

In Berlin-Kreuzberg kam es am Abend bei Demonstrationen teilweise zu gewalttätigen Auseinandersetzungen mit der Polizei. Beamte wurden bei der "Revolutionären 1. Mai Demonstration" linker und linksextremer Gruppen mit Flaschen beworfen. Immer wieder wurden auch Böller in die Menge geworfen sowie Nebeltöpfe und bengalische Feuer gezündet.