Polizei: Seit Jahren gibt es weniger Respekt und mehr Angriffe. Die Zahl der Attacken stieg nach Angaben der Gewerkschaft der Polizei von 48 752 (2011) auf 55 738 (2014). Im vergangenen Jahr wurden 62 000 Beamte angegriffen. Allein bei Ausschreitungen von Autonomen am Rand einer Neonazi-Demo in Leipzig im Dezember 2015 wurden 69 Polizisten verletzt. Bei Protesten zur Eröffnung des Frankfurter EZB-Hochhauses im März 2015 wurden mehr als 90 Beamte verletzt, einige durch Steinwürfe an den Kopf. Allein in Brandenburg führt die Statsistik für 2015 insgesamt 23 Fälle gefährlicher und schwerer Körperverletzungen gegen Polizisten auf.

Feuerwehr: Bei Demonstrationen und Massenveranstaltungen wie Silvester nimmt die Zahl der Angriffe laut Gewerkschaft Komba zu. So wurden am Rand einer Neonazi-Demo in Leipzig im Dezember 2015 Brandschützer attackiert, die brennende Barrikaden löschen wollten. In Bautzen gab es Anfang des Jahres Widerstand gegen die Feuerwehrleute, die den Brand an einer geplanten Flüchtlingsunterkunft löschen wollten.

Justiz: Nach Gewalttaten in Gerichten wurden in Justizgebäuden die Sicherheitsmaßnahmen verstärkt. 2012 erschoss ein insolventer Kleinunternehmer während einer Urteilsverkündung in Dachau (Bayern) einen Staatsanwalt. 1998 erschoss ein 69-Jähriger in Essen aus Hass auf die Justiz einen Amtsrichter in dessen Dienstzimmer.

Arbeitsagentur: Mitarbeiter von Jobcentern werden oft zur Zielscheibe von Gewalt. Aus Verärgerung über ein Gutachten erstach 2014 in Rothenburg ob der Tauber (Bayern) ein Mann im Büro der Arbeitsvermittlerin einen Jobcenter-Gutachter. Im niederrheinischen Neuss wurde 2012 eine Mitarbeiterin mit einem Fleischermesser getötet, weil der Täter dem Jobcenter illegalen Handel mit seinen persönlichen Daten unterstellte.

Verwaltung: 2014 erschoss im Finanzamt Rendsburg (Schleswig-Holstein) ein Steuerberater einen Beamten, weil er die Behörde für seine finanzielle Misere verantwortlich machte. Ein Rentner erschoss 2013 den Landrat des Kreises Hameln-Pyrmont (Niedersachsen) in dessen Büro. Wegen der drohenden Abschiebung ihres Sohnes stürmte 2010 eine 58-Jährige mit einem Messer in das Ausländeramt in Bad Schwalbach.