In Haftanstalten kommt es immer wieder zu gewalttätigen Übergriffen durch Insassen gegen Bedienstete oder Mitgefangene. In Sachsen waren Beamte im Vorjahr 17-mal Ziel solcher Angriffe, 83-mal richtete sich die Gewalt gegen andere Häftlinge. In Brandenburg wurde 2015 nur ein Beamter attackiert. Allerdings gingen Insassen 48-mal aufeinander los. Die meisten Körperverletzungen unter Gefangenen gab es in Cottbus-Dissenchen.

Mit rund 4000 Haftplätzen ist der Strafvollzug im Freistaat gut doppelt so groß wie in Brandenburg mit rund 1800 Plätzen.

Um gewalttätige Häftlinge zu überwältigen, kann das Justizvollzugspersonal in beiden Bundesländern auf ein ganzes Arsenal von Schutztechnik zurückgreifen, das in ausreichender Zahl zur Verfügung stehe. Das bestätigen die Sprecher der Justizminister beider Länder. Zur Ausrüstung gehörten Helme, Schilder, Schlagstöcke und Schutzhandschuhe, für solche Zwischenfälle auch Hand- und Fussfesseln. Für Haftraumdurchsuchungen stünden den Beamten zudem schnitthemmende Handschuhe zur Verfügung.

Berlin gibt laut Justizsenator Thomas Heilmann (CDU) gerade eine halbe Million Euro für moderne Schutzausrüstungen des Gefängnispersonals aus. In den Haftanstalten der Hauptstadt mussten sich Bedienstete im vorigen Jahr 24-mal gegen körperliche Angriffe wehren. In 239 Fällen mussten sie gewalttätige Auseinandersetzungen unter Häftlingen beenden. Der Krankenstand beim Berliner Justizpersonal liegt bei 17 Prozent.