Beim schwersten dieser Attentate sprengten sich gestern zwei Selbstmordattentäter bei Balad, 80 Kilometer nördlich von Bagdad, mit ihrem Wagen vor einem Fahrzeug der Nationalgarde in die Luft. Dabei wurden 18 Soldaten und ein irakischer Zivilist getötet, sechs weitere Gardisten erlitten Verletzungen, wie ein Sprecher des US-Militärs in der Garnisonsstadt Tikrit bestätigte.

Jussufiaj, Bedschi, Diwanija
Durch die Explosion eines weiteren Sprengsatzes wurden gestern in Jussufija, 50 Kilometer südlich von Bagdad, drei Nationalgardisten getötet und sechs weitere verletzt. Bei einem Selbstmordanschlag gegen einen US-Konvoi bei Kirkuk kam der Attentäter ums Leben. Am Freitag hatte eine Autobombe in Bedschi, 200 Kilometer nördlich von Bagdad, ein Fahrzeug der Nationalgarde getroffen, getötet wurden dabei aber zwei Zivilisten. Zudem starben zwei Gardisten und sieben andere erlitten Verletzungen, als ihr Außenposten bei Diwanija, 200 Kilometer südlich von Bagdad, von Aufständischen angegriffen wurde.
Gleichfalls am Freitag starb ein US-Soldat bei einem Einsatz in der westlichen Provinz Anbar, ein weiterer am Samstag durch einen Sprengsatz nördlich von Bagdad, teilte das US-Militärkommando mit.
Unbekannte erschossen zudem am Samstag in der Provinzhauptstadt Bakuba den Vorsitzenden des Regierungsrates der Provinz Dijala, Nufel Abdel Hussein al-Schammari und dessen Bruder, wie Polizeikreise in Bakuba bestätigten. Ein weiteres Mitglied des Provinzialrates wurde nahezu zeitgleich in der Nachbarstadt Chalis von Unbekannten erschossen. Ermordet wurden über das Wochenende auch zwei Polizisten in Kirkuk. Die Terrororganisation "Al Qaida im Irak" stellte am Wochenende ein Video ins Internet, das die kaltblütige Erschießung von fünf irakischen Sicherheitsbeamten auf offener Straße in Ramadi zeigte.
In der syrischen Hauptstadt Damaskus traf gestern US-Vize-Außenminister Richard Armitage mit dem syrischen Präsidenten Baschar el Assad zusammen. Syrien habe bei der Sicherung der Grenze zum Irak "einige echte Fortschritte" gemacht, sagte Armitage. Allerdings bleibe noch viel zu tun, um zu verhindern, dass Vertreter des ehemaligen irakischen Regimes Syrien nutzten, um die Rebellen im Irak zu unterstützen. Armitage hatte zuvor die irakischen Kurdengebiete besucht.

Erinnerung an Margaret Hassan
Indes wurde der im Irak entführten und später ermordeten Entwicklungshelferin Margaret Hassan posthum der irische Tipperary-Friedenspreis verliehen. Die Leiterin der irakischen Projekte der Hilfsorganisation Care habe "den denkbar höchsten Preis für ihr Engagement für die Armen und Schwachen" bezahlt, teilte das Preiskomitee mit. Margaret Hassan war am 19. Oktober in Bagdad von irakischen Extremisten entführt und einen Monat später ermordet worden. Die gebürtige Irin war mit einem Iraker verheiratet und hatte sich seit 30 Jahren für die Bevölkerung eingesetzt. Sie war sowohl gegen die Wirtschaftssanktionen als auch gegen den Irak-Krieg. (dpa/ab)