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Gewalt gegen Polizisten nimmt zu

ARCHIV - Ein gewalttätiger Demonstrant schlägt am 26.03.2011 in Lübeck (Schleswig-Holstein) einen Polizeibeamten nieder. Im vergangenen Jahr mussten 1151 Angriffe auf Polizisten in Brandenburg registriert werden. Foto: Carsten Rehder/dpa (zu dpa-Umfrage: „Gewalt gegen Polizisten in Brandenburg nimmt zu“ vom 27.08.2016) +++(c) dpa - Bildfunk+++
ARCHIV - Ein gewalttätiger Demonstrant schlägt am 26.03.2011 in Lübeck (Schleswig-Holstein) einen Polizeibeamten nieder. Im vergangenen Jahr mussten 1151 Angriffe auf Polizisten in Brandenburg registriert werden. Foto: Carsten Rehder/dpa (zu dpa-Umfrage: „Gewalt gegen Polizisten in Brandenburg nimmt zu“ vom 27.08.2016) +++(c) dpa - Bildfunk+++ FOTO: Carsten Rehder (dpa)
Cottbus. Immer öfter werden Polizeibeamte und Retter in der Lausitz selbst zu Opfern von Gewalt. Insgesamt wurden allein im vergangenen Jahr 1025 gewaltsame Übergriffe beim Brandenburger Innenministerium registriert. Michèle-Cathrin Zeidler und Jan Siegel

Im Vorjahr lag die Zahl der gemeldeten Attacken noch bei 912. Damit werden in Brandenburg jeden Tag durchschnittlich drei Uniformierte attackiert. Auch in Sachsen bewegen sich die Zahlen auf einem ähnlich hohen Level.

Für Aufsehen hatte Ende Januar ein Fall in Guben (Spree-Neiße) gesorgt. Dabei hatte ein ausgebildeter Kampfsportler vier Polizeibeamte so schwer verletzt, dass sie im Krankenhaus behandelt werden mussten.

Es handelt sich nicht nur um ein regionales Problem. Erst am Dienstag war eine junge Polizistin bei einer Schießerei in Unterföhring bei München lebensgefährlich verletzt worden. Bei einer Personenkontrolle hatte ein Mann einem Beamten die Dienstwaffe entrissen und damit mehrmals auf die Polizistin geschossen. Die Beamtin wurde dabei am Kopf getroffen.

Ein weiterer Fall in Köln sorgte in der vergangenen Woche für Aufsehen: Dort prügelte ein Schwarzfahrer drei Polizisten krankenhausreif.

Als Reaktion auf diese dramatischen Entwicklungen soll nun eine Änderung im Strafgesetzbuch Beamte und auch andere Retter zukünftig besser schützen. Gleichzeitig drohen den Angreifern nun deutlich härtere Strafen.

Von der Änderung profitieren neben Polizisten auch Feuerwehrleute und Sanitäter. Auch sie waren in der Vergangenheit immer häufiger angegriffen und attackiert worden.