Die Sicherheitsbehörden in Deutschland haben von Juli bis September 274 Straftaten gegen Flüchtlingsunterkünfte registriert - doppelt so viele wie im zweiten Quartal 2015; da waren es 136. Das geht aus der Antwort der schwarz-roten Bundesregierung auf Anfrage der Linken hervor, die der RUNDSCHAU vorliegt. Demnach haben Delikte wie Brandstiftungen, Sprengstoffanschläge und Köperverletzungen im Quartalsvergleich um das Dreifache zugenommen. Auch die Zahl der Teilnehmer an Neonazi-Demonstrationen stieg an. Von Juli bis September waren es 5800, in den drei Monaten zuvor 880.

"Besorgniserregend ist nicht nur die Quantität, sondern auch die Qualität der Taten", sagt Andrea Hübler von der Beratungsstelle für Betroffene rechter Gewalt des Vereins RAA Sachsen. Das Gewaltpotenzial steige gefährlich. Zunehmend würden Waffen, Sprengstoffe und Brandsätze eingesetzt, heißt es beim Verband Opferperspektive. "Die Beispiele aus Freital zeigen, dass es nicht nur um Böller geht. Da werden Menschenleben gefährdet", sagt auch Hübler.

"Proteste gegen Flüchtlinge werden von den Nazis inzwischen als Mobilisierungsthema Nummer eins genutzt", warnt die innenpolitische Sprecherin der Linken im Bundestag, Ulla Jelpke. Sie kritisiert die Daten der Bundesregierung zu rassistischen Straftaten als lückenhaft.

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