Zugleich kündige Plat zeck die Einstellung von 1250 Lehrern bis 2014 an. "Das ist Blödsinn. Das ist die Fortschreibung einer unbefriedigenden Situation." Hier rufe der Dieb: "Haltet den Dieb!"Förderunterricht entfalle, die Vertretungsreserve schwinde, und die individuelle Förderung bleibe auf der Strecke, beklagte Fuchs. 1250 zusätzliche Lehrer seien viel zu wenig. "Wir müssten eigentlich jedes Jahr rund 500 neue Lehrer einstellen."Zwischen 2001 und 2008 habe das Land 1600 Lehrer eingestellt. "Davon sind nur noch 600 im Schuldienst", sagte Fuchs. Alle anderen seien abgewandert. Darum müsse das Land bessere Perspektiven für junge Lehrer schaffen. Die rasche Verbeamtung sei ein Teil der Strategie. "Die jungen Lehrer fragen aber auch nach Aufstiegsmöglichkeiten, Arbeitsbedingungen und Funktionszulagen." Viele Lehrer seien hier seit 20 Jahren in derselben Gruppierung. "An dieser Stelle ist Brandenburg schlichtweg nicht konkurrenzfähig."Sinnvoll wären zum Beispiel Leistungsanreize, schlug der Gewerkschaftsvorsitzende vor. Um absehbaren Engpässen bei der Gewinnung neuer Lehrer vorzubeugen, müssten die Kapazitäten der Universität Potsdam aufgestockt werden. "Auch die Zahl der Referendariatsplätze muss steigen."Dem in Brandenburg zunehmenden Einfluss der sozialen Herkunft auf die Bildungschancen müsse die Landesregierung stärker begegnen, forderte Fuchs. "Da reicht ein Schüler-Bafög für angehende Abiturienten sicherlich nicht aus." Viele Kinder aus sozial schwachen Familien würden "bereits beim Übergang zur 7. Klasse hängen bleiben". Es fehle an Förderung.Auch bei der Ausstattung der Kindertagesstätten ändere sich zu wenig, kritisierte Fuchs. "Ein besserer Betreuungsschlüssel ist nicht nur in der Krippe, sondern auch bei den Vier- bis Sechsjährigen notwendig." Der Erzieher-Beruf in Brandenburg müsse attraktiver werden. "Dadurch, dass alle Bundesländer ihre Betreuungsangebote ausbauen, droht auch bei Erziehern ein Engpass." So müsse es etwa Vollzeitstellen geben."Es gibt eine Konstante der Bildungspolitik in Brandenburg: Die Probleme werden konserviert, und sie darf nichts kosten", fasste Fuchs zusammen. dpa/ig