An Mittelschulen und Gymnasien würden immer noch Stellen abgebaut, obwohl die Schülerzahlen in den Grundschulen seit Jahren stiegen, sagte die sächsische GEW-Vorsitzende Sabine Gerold. In wenigen Jahren würden diese Grundschüler an die weiterführenden Schulen drängen, darauf müsse der Freistaat vorbereitet sein. "Hier ist Vorsorge nötig", sagte Gerold.
Um mittelfristig junge Lehrer in Sachsen halten zu können, müsse man ihnen konkurrenzfähige Angebote machen. "Verordnete Teilzeitbeschäftigung gehört bestimmt nicht dazu", erklärte Gerold. Zwar würden die Lehrer im Freistaat momentan über Tarif beschäftigt, Vollzeitstellen gebe es aber immer noch nicht genug. Vor allem Hessen und Nordrhein-Westfalen werben momentan bundesweit um junge Lehrer.

Mangelfach Latein
Die Landesvorsitzende des sächsischen Lehrerverbands, Ingrid Schwaar, nannte die Situation an den Grundschulen in Sachsen zufriedenstellend. Dort seien 150 neue Stellen geschaffen worden. Aber auch Schwaar verweist auf die weiterführenden Schulen. An Gymnasien und Mittelschulen fehlten vor allem Pädagogen für Sprachen und Naturwissenschaften. Das zuständige Dresdner Kultusministerium bestätigte die Schwierigkeit, vor allem Lateinlehrer zu finden.

Förderschulen bleiben voll
Ganz problematisch ist laut Schwaar die Situation an den Berufs- und Förderschulen. Gerade bei den Förderschulen sei die Politik davon ausgegangen, dass der allgemeine Schülerrückgang sich auch dort bemerkbar machen würde. Das sei aber nicht geschehen, sagte Schwaar.
Die Klassen in den Förderschulen seien nach wie vor voll, unter anderem deshalb, weil immer mehr Mädchen und Jungen in den anderen Schulen aussortiert würden.