"Eine Hausaufgabenbetreuung mit freiwilligen Eltern darf nicht die Lösung sein", sagte Sachsens GEW-Vorsitzende Sabine Gerold in Leipzig.
Der Freistaat habe bei Ganztagsschulen einen enormen Nachholbedarf. "Es gibt in Sachsen bisher keine einzige Ganztagsschule", sagte Gerold. Erst ab dem Sommer sollen nach ihren Worten zehn Pilotprojekte starten (die RUNDSCHAU berichtete). Dies ist laut Gerold jedoch gar nicht nötig, denn Erfahrungen gebe es in anderen Bundesländern wie auch international mehr als genug. "Man muss sie nur wahrnehmen wollen", sagte sie und warf der Staatsregierung vor, bisher nicht "über den Tellerrand hinaus" geschaut zu haben.
Die GEW favorisiere eine Ganztagsschulen-Modell mit hohem pädagogischem Anspruch. Den Unterricht weiter in den Vormittagsstunden zu belassen und nachmittags Hausaufgaben zu betreuen, sei zu wenig. "Der gesamte Unterricht muss entzerrt und der ganze Tag zum Lernen genutzt werden", sagt Gerold.
In skandinavischen Ländern, die dieses praktizieren, habe ein solches Konzept auch zu besseren Ergebnissen bei der Pisa-Studie geführt. Zu erreichen sei es jedoch nur mit einer Personalaufstockung von 20 bis 30 Prozent, sagte Gerold. Dies müssten jedoch nicht ausschließlich Lehrer sein, sondern auch Sozialpädagogen könnten sinnvoll eingesetzt werden. (ddp/bra)