Besser noch, neuerdings kreuzt sie dort mit wehenden Fahnen. Sachsens Polizei hat ein eigenes Facebook-Profil. Es heißt "Polizei Sachsen". Innenminister Markus Ulbig (CDU) war stolz wie Oskar, als er neulich persönlich den Haupthebel umlegte. Man sei damit nun wirklich im Social-Media-Zeitalter angekommen. Halleluja, diese neue Facebook-Seite ist ein krasser digitaler Schritt auf den Bürger zu. Jetzt gibt es die aktuellen Pressemitteilungen, die frischesten Fahndungsaufrufe, den heißesten Gossip aus dem Landeskriminalamt, die hottesten Präventionsangebote in Nullkommanix aufs Handy. Tolle Sache. Klicken wir doch einfach auf den blauen Daumen. Und schon sind wir Fan der Polizei Sachsen.

Und schon twittert das Innenministerium zurück: "Oha! Facebook von @PolizeiSachsen jetzt schon locker über 1000 friends". Und schon denken wir: Verdammt, jetzt haben sie uns! Wo ist das nächste Funkloch? Gibt es nicht mehr, sowas! Wer rettet uns vor dem alles sehenden Auge? Die Grünen! Gott sei Dank, da kommt Eva Jähnigen von der Seite angetwittert: "Kommunen in #Sachsen brauchen mehr Bürgerbeteiligung + Demokratie", tweetet die Landtagsabgeordnete, "nicht einseitig gestärkte Bürgermeister/Landräte!" Was? Egal! Aber es funktioniert, das flammende Auge des Ministeriums ist abgelenkt, es twittert jetzt @EvaJaehn: "Quorum §25GemO bereits von 15 auf 10% gesenkt. Bis zu 5% kann sogar durch Hauptsatzung weiter abgesenkt werden." Getwitterte Gemeindeordnung, der Wahnsinn. Wir suchen das Weite und denken noch so: Bis zu fünf Prozent? Krass!