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| 01:46 Uhr

Geteiltes Gedenken: Erinnerung an Kaczynski-Absturz überschattet

Warschau. Geteiltes Gedenken: Ein Jahr nach dem Flugzeugabsturz des polnischen Präsidenten Lech Kaczynski hat der Streit zwischen Regierung und Opposition die Gedenkfeiern für die 96 Toten überschattet. Jaroslaw Kaczynski, Zwillingsbruder des Verunglückten, blieb dem Staatsakt mit Präsident Bronislaw Komorowski auf dem Powazki-Friedhof in Warschau am Sonntag demonstrativ fern. dpa/kr

Der national-konservative Chef der Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) hält die Regierung von Donald Tusk moralisch für das Unglück mitverantwortlich.

Komorowski appellierte an seine Landsleute, auf dem Fundament der nationalen Trauer „das Denkmal der Gemeinschaft“ aufzubauen. Das wäre das „schönste Denkmal“ für die Opfer, sagte der liberale Nachfolger von Lech Kaczynski.

Komorowski und Regierungschef Donald Tusk hatten pünktlich um 8.41 Uhr, dem Zeitpunkt der Katastrophe im russischen Smolensk, an einer Gedenktafel in der Militärkirche in Warschau Grabkerzen für die Toten aufgestellt. Auch hier fehlte Kaczynski. Er legte zu diesem Zeitpunkt einen Kranz vor dem Präsidentenpalast nieder. Dort versammelten sich Tausende seiner Anhänger, die Parolen gegen die Regierung riefen.

Zusammen mit seinem russischen Kollegen Dmitri Medwedew will Komorowski am Montag am Unglücksort in Smolensk der Opfer gedenken. Das Treffen wurde allerdings durch einen Zwischenfall überschattet. In der Nacht zum Samstag war vom Gedenkstein am Flughafen Smolensk eine Tafel entfernt worden. Sie enthielt einen Hinweis auf den sowjetischen Völkermord in Katyn.