Dabei geht es nach Informationen der RUNDSCHAU insbesondere um die Höhe der Zuzahlungen für Medikamente, wenn ein Patient sofort den Facharzt aufsucht, anstatt zuerst zum Hausarzt zu gehen.
Je nach Packungsgröße werden gegenwärtig vier Euro, 4,50 Euro oder fünf Euro fällig. In der Diskussion sind nun drei, sechs beziehungsweise neun Euro. Ein anderes Modell geht von vier, sieben und zehn Euro aus. Unstrittig ist, dass der sofortige Gang zum Facharzt mit einer Gebühr von 15 Euro bestraft werden soll. Ausnahmen bilden der Gang zum Gynäkologen, zum Augenarzt sowie zum Kinder- und Jugendarzt. Hier ist keine Überweisung durch den Hausarzt erforderlich.
Von ihrer Idee, das Sterbegeld zu streichen, musste sich Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD), auf Druck der Koalitionsfraktionen verabschieden. Diese Kassenleistung wurde ohnehin bereits zweimal gekürzt auf nur noch 525 Euro. Für Geburtsjahrgänge ab 1989 fällt das Sterbegeld schon nach geltender Rechtslage weg.
Beibehalten wird dagegen die strittige Umfinanzierung des Krankengeldes. Künftig sollen nur noch die Arbeitnehmer Beiträge dafür entrichten. Bislang zahlte der Arbeitgeber auch für diese Kassenleistung die Hälfte des Beitrages. Außerdem sollen Patienten künftig stärker den öffentlichen Nahverkehr in Anspruch nehmen. Die Ministerin hofft, so eine Milliarde Euro an Fahrtkosten zu sparen. Jährlich geben die Kassen bis zu 2,8 Milliarden Euro dafür aus.
Unklar ist noch, ob die versicherungsfremden Leistungen wie das Mutterschaftsgeld künftig komplett über Steuern finanziert werden.