In der Folge könnte ein solcher Grenzwert auch bei Mineralwässern eingeführt werden, berichtet die "Mitteldeutsche Zeitung". Laut ARD-Magazin "Report München" ist Leitungswasser in manchen Regionen deutlich stärker mit dem teilweise in der Natur vorkommenden Uran belastet als bekannt.
Eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums sagte der Zeitung: "Die Gespräche zur Novellierung der Trinkwasserverordnung laufen, ob es einen Grenzwert gibt, und wo er liegt, wird noch verhandelt." Mit Ergebnissen sei Ende des Jahres zu rechnen.

8000 amtliche Einzeldaten
"Report München" beruft sich auf eine Erhebung der Verbraucherrechtsorganisation Foodwatch, in der 8000 amtliche Einzeldaten aus den Bundesländern gesammelt wurden. Demzufolge liegen 150 von den Behörden gemeldete Trinkwasserwerte über dem Richtwert des Umweltbundesamtes von zehn Mikrogramm Uran pro Liter. In manchen Gemeinden sind es sogar mehr als 20 Mikrogramm.
In Brandenburg liegen vier von insgesamt 46 gesammelten Werten höher als zwei Mikrogramm. Der höchste Wert wurde laut Foodwacht mit 3,08 Mikrogramm im Landkreis Märkisch-Oderland gemessen. Die vom brandenburgischen Ministerium für ländliche Entwicklung, Umwelt und Verbraucherschutz erhobenen Daten stammen aus dem Jahr 2004. Die Uranbelastung des Trinkwassers in Brandenburg sei damit sehr gering, heißt es bei der Verbraucherrechtsorganisation.
Von 994 übermittelten Uranwerten in Sachsen bewegen sich nach Angaben von Foodwatch über 40 zwischen zwei und zehn Mikrogramm, zwei bei mehr als zehn Mikrogramm. Diese beiden wurden in den Landkreisen Riesa-Großenhain und Döbeln festgestellt. Ermittelt wurden die Daten im Jahr 2007 vom sächsischen Staatsministerium für Soziales.

Geringe Konzentration schadet
Produzenten von Trink- und Mineralwasser geben laut der Zeitung aber nicht an, wie stark ihre Produkte mit Uran belastet sind. Einen gesetzlichen Grenzwert gibt es laut ARD nur für Säuglingsnahrung: Entsprechend klassifiziertes Mineralwasser darf nicht mehr als zwei Mikrogramm enthalten.
"Schon sehr geringe Konzentrationen an Uran haben eine schädigende Wirkung auf lebenswichtige Vorgänge in der Niere", sagte der Kieler Toxikologe Hermann Kruse dem Fernsehmagazin.
Angesichts höherer Belastungen von Leitungswasser mit dem giftigen Schwermetall Uran verweist das Bundesgesundheitsministerium auf die Zuständigkeit von Städten und Gemeinden. "Es steht bereits schwarz auf weiß in der Trinkwasser-Verordnung, dass vom Trinkwasser keine gesundheitliche Gefährdung ausgehen darf", betonte gestern eine Sprecherin des Ministeriums in Berlin. Dafür müssten die Kommunen im Rahmen ihrer Daseinsaufgaben Sorge tragen. Es gebe den vom Umweltbundesamt vertretenen Leitwert von zehn Mikrogramm Uran pro Liter Trinkwasser. "Damit ist es im Grunde schon geregelt."
Die Vorkommen des giftigen naturbelassenen Schwermetalls sind je nach Gesteinsformationen regional unterschiedlich verteilt. (dpa/cd)