„Rund 130 000 Pflanzen kommen in den Boden“, sagt Bio-Landwirt Heinz-Peter Frehn von der BioHof Schöneiche GbR. Er hat die Plantage gemeinsam mit dem Dresdner Unternehmen Aronia Original Naturprodukte GmbH in Schöneiche, einem Ortsteil der Gemeinde Steinreich (Oberspreewald-Lausitz), angelegt. Seit dem Vorjahr gedeiht das Obst bereits auf 20 Hektar.

Offiziell eröffnet wird die Plantage am 7. November. Tausende etwa 30 Zentimeter hohe Sträucher werden in den kommenden Wochen gesetzt. Ausgewachsen können sie eine Höhe von vier Metern erreichen. Frehn hat sich für die Sorte Nero-Superberry entschieden. Sie ist Ergebnis von 30 Jahren Züchtung starker Mutterpflanzen, die für einen stetig hohen Ertrag bekannt sind. Zudem könnten sie Umweltfaktoren und Schädlinge gut überstehen, betont Michael Görnitz, Obstbauer aus Coswig in Sachsen, der die Setzlinge liefert.

Aroniabeeren sind größer als Blaubeeren und erinnern in der Form an einen Mini-Apfel. Sie kommen ursprünglich aus Nordamerika. Indianer nutzen sie als Winterproviant und auch bei Entzündungen. Um 1900 fanden erste Pflanzen den Weg nach Deutschland. Anfangs wurde der rote Saft der Früchte zum Färben von Lebensmitteln genutzt. Jetzt wird die Beere meist wegen ihrer Inhaltsstoffe geschätzt, sie trägt deshalb den Beinamen Gesundheitsbeere. Die Früchte werden zu Säften - für einen Liter sind etwa 1,2 bis 1,5 Kilogramm erforderlich - sowie Marmeladen, Gelees und Kosmetika verarbeitet.

Der russische Obstbaupionier Iwan Mitschurin (1855-1935) erkannte als einer der ersten auch die Gesundheitseffekte der Aroniabeere. Zu DDR-Zeiten wurde sie in Coswig angebaut. Heute gibt es dort mit 60 Hektar das größte Areal, allerdings verteilt auf mehrere Flächen. Bundesweit wachsen die Beeren auf rund 200 Hektar. Pro Hektar werden etwa fünf bis zehn Tonnen in der Saison geerntet.

Nach Angaben des Geschäftsführers von Aronia Original, Jörg Holzmüller, reichen die Bestände an deutschen Bio-Früchten nicht aus, um die Nachfrage zu decken. „Seit Jahren müssen vor allem aus Polen und Österreich Beeren zugekauft werden.“

Bio-Aroniabeeren sind nach den Erfahrungen von Bauer Frehn genügsam. „Aber ausreichend Wasser und Luft zum Atmen sind wichtig“, betont er. Gleich beim Setzen der Jungpflanzen kommt ein Bewässerungsschlauch mit ins Pflanzloch. „Später müssen die Füße freigehalten und Unkraut entfernt werden“, fügt er hinzu. Dünger, Pflanzenschutzmittel oder Wachstumsbeschleuniger seien tabu. Einzig der in Reihen ausgesäte Klee liefere auf natürliche Weise Stickstoffe.

Pro Hektar kommen etwa 3000 bis 4000 Pflanzen in den Boden. Ab dem zweiten Jahr kann bereits geerntet werden. Spezielle Maschinen schütteln die Früchte sanft vom Strauch. Die im Vorjahr gesetzten Sträucher brachten in dieser Saison schon einige Beeren. „Wir haben sie aber den Staren überlassen“, schmunzelt Frehn.