Angeklagt sind ein ehemaliger Baubereichsleiter der Flughafengesellschaft FBB und zwei ehemalige Manager der am BER-Bau beteiligten Ausrüsterfirma Imtech Deutschland. Ihnen wird Bestechung im besonders schweren Fall und Beihilfe dazu vorgeworfen.

Ex-Bauleiter Francis G. gestand, 150 000 Euro von Imtech kassiert zu haben. Dafür habe er Nachtragsforderungen der Firma mit "Wohlwollen" behandelt. Der ehemalige Imtech-Chef räumte ein, dass er die Zahlung freigegeben und die Beschaffung des Bargeldes veranlasst habe: "Dafür trage ich die Verantwortung."

Die Angeklagten bestätigten vor Gericht auch den in der Anklage beschriebenen Ablauf der Zahlung. Danach traf sich der Flugplatz-Bauleiter kurz vor Weihnachten 2012 auf einem Autobahnrastplatz mit einem nicht am BER-Bau selbst beteiligten Imtech-Manager, der bei dem Geschäft als Kontaktmann mitwirkte. Das Geld sei auf dem Rastplatz in einem Umschlag übergeben worden.

Laut Anklage soll G. im Gegenzug dafür gesorgt haben, dass der Imtech noch vor dem Jahreswechsel rund 60 Millionen Euro für Arbeiten am BER ungeprüft überwiesen wurden. Imtech, das bestätigten die beiden Ex-Manager der Firma vor Gericht, steckte damals in sehr großen finanziellen Schwierigkeiten. Der Flugplatzauftrag war der größte im Firmenbestand.

Sehr unterschiedliche Angaben machten die drei Angeklagten in ihren Aussagen jedoch zu den Umständen der Schmiergeldzahlung. Der frühere FBB-Prokurist erklärte, er habe kein Geld gefordert, es sei ihm von Imtech angeboten worden.

Der als Vermittler eingeschaltete Imtech-Mitarbeiter erklärte dagegen, der Prokurist habe das Geld gefordert, die direkte Absprache habe dieser bei einem Treffen mit dem Imtech-Chef getätigt. Der wiederum will nur über den Mittelsmann involviert gewesen sein.

Die Staatsanwaltschaft Neuruppin geht davon aus, dass Francis G. insgesamt mehr als zwei Millionen Euro von Imtech gefordert hatte. Der Prozess wird am heutigen Mittwoch fortgesetzt. Themen des Tages Seite 3