| 02:41 Uhr

Geständnis in neuem Guben-Prozess

Cottbus. Nach dem wegen Korruption verurteilten, wiedergewählten und beurlaubten Gubener Bürgermeister steht nun der Ex-Chef zweier städtischer Firmen in Cottbus vor Gericht. Er gestand die Veruntreuung von 550 000 Euro. Simone Wendler

Fast zweieinhalb Jahre hatte es nach Zulassung der Anklage der Schwerpunktstaatsanwaltschaft Neuruppin gedauert, bis am Freitag der Prozess gegen den inzwischen gesundheitlich angeschlagenen 47-Jährigen am Landgericht Cottbus beginnen konnte. Der Angeklagte räumte mit einer verlesenen Einlassung alle 16 Anklagepunkte ein.

Danach hatte er von 2010 bis 2013 mit Überweisungen und Barschecks insgesamt rund 550 000 Euro vom Konto der Gubener Wohnungsgesellschaft (Guwo) auf seine Privatkonten geleitet oder direkt private Rechnungen bezahlt. Er finanzierte damit seinen privaten Hausbau, Urlaubsreisen und andere Kosten seiner privaten Lebensführung.

Um die veruntreuten Gelder in den Büchern zu verschleiern, fälschte er Beraterverträge und andere Papiere. "Ich bedauere die von mir begangenen Taten sehr und entschuldige mich bei allen, die mir vertraut haben", erklärte der gelernte Banker vor der Wirtschaftsstrafkammer.

Den Beginn der Veruntreuungen begründete er mit einer finanziellen Notlage und einem angeblich noch bestehenden Anspruch gegenüber den Gubener Sozialwerken (GSW), die er ebenfalls als Geschäftsführer über viele Jahre leitete. Die Staatsanwaltschaft hatte in ihren Ermittlungen für einen solchen Anspruch keine Bestätigung gefunden.

Nach eigenen Angaben hat der Angeklagte inzwischen rund 200 000 Euro an den kommunalen Gubener Vermieter zurückgezahlt. Inzwischen sei er mittellos und lebe von einer Erwerbsunfähigkeitsrente. Länder Seite 4