Januar seinen 65. Geburtstag. Am 3. Februar (23.35 Uhr) verabschiedet ihn das ZDF mit einer Sondersendung der Reihe "History" in den Ruhestand.

Knopp habe es geschafft, "ein Millionenpublikum zur Ausein andersetzung mit der NS-Zeit zu bewegen", sagt Chefredakteur Peter Frey. Doch der Geschichtslehrer der Nation polarisiert. Andere werfen Knopp verzerrende "Geschichtspornografie" mit Interviewsplittern, nachgespielten Schlüsselszenen und Thrillermusik vor, vorzugsweise mit der massentauglichen Inszenierung der NS-Geschichte als Doku-Drama. Er selbst weist das zurück. Inhaltlich seien die Sendungen abgesichert: "Allein bei unserer Reihe ,Die Deutschen' hatten wir 30 Fachberater."

Andreas Rödder, deutscher Geschichtsprofessor in London, urteilt über Knopp: "In der Tat zeigen seine Filme oft mehr Ereignisse als Zusammenhänge, und sie handeln von Personen, die unabhängiger und dramatischer handeln, als sie dem Historiker begegnen." Doch das sei der Preis der Primetime. Rödder lobt zugleich: "Guido Knopp hat ein enorm breites Publikum für Geschichte erreicht, historische Themen populär gemacht und Geschichtsbilder geprägt."

ZDF-Chefredakteur Frey verspricht auch für die Zukunft "spannende und fundierte Geschichtsdokumentationen". Einen Nachfolger als Moderator hat Knopp aber nach eigenen Worten nicht: Das ZDF wolle die Geschichtssendungen "unmoderiert weiterführen".

Und Knopps eigene Zukunft? "Ich werde dem Fernsehen, den Medien und der Geschichte erhalten bleiben in mannigfaltiger Form: als Moderator, TV-Produzent und Autor", sagt der weißhaarige 1,95-Meter-Mann. Keine Reiseanträge, keine Konferenzen mehr - er freue sich auf ein Wirken mit weniger Bürokratie. 2014 jährt sich der Ausbruch des Ersten Weltkrieges zum 100. Mal. "Auch damit werde ich mich beschäftigten. Ich habe schon Einladungen zu Vorträgen und Podiumsdiskussionen." Außerdem will der Vater einer Tochter und eines Sohnes jetzt wieder mehr Cello und Golf spielen.