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Geschäftsrisiko Fachkräftemangel

Cottbus. Mehr als jedes zweite Unternehmen in Deutschland sieht den zunehmenden Fachkräftemangel als Geschäftsrisiko an. In Brandenburg geben sogar 62 Prozent der Betriebe in den Bereichen Industrie, Baugewerbe, Handel und Dienstleistungen an, dass der Mangel an geeigneten Fachkräften die derzeit größte Gefahr für die Zukunft der Unternehmen darstellt. Christian Taubert

Im Freistaat Sachsen liegt der Wert bei 49 Prozent.

Darauf hat der Deutsche Indus trie- und Handelskammertag (DIHK) am Dienstag in Berlin verwiesen. 25 000 Unternehmen bundesweit sind dafür befragt worden. "Erstmals sorgt sich mehr als jedes zweite Unternehmen um die Fachkräftesicherung. Betriebe in weiten Teilen Deutschlands finden nicht mehr die nötigen Leute, um Aufträge abzuarbeiten", betont DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben.

In Cottbus hat der stellvertretende IHK-Hauptgeschäftsführer Maik Bethke diese Entwicklung bestätigt. Wenngleich die Konjunkturumfrage für das Frühjahr 2017 eine weiter gewachsene Dynamik belege, habe sich der Fachkräftemangel zum Top-Risiko in allen Bereichen entwickelt.

Dass Brandenburg hier ein verschärftes Problem hat, liegt laut Bethke vor allem an den teils deutlich höheren Löhnen in Berlin. So besagt die Statistik des Landesamtes, dass bei der Energieversorgung ein um 1200 Euro höherer Bruttomonatsverdienst gezahlt wird. Im verarbeitenden Gewerbe sind es 1000, im Handel 800, im Baugewerbe und Dienstleistungsbereich je 500 Euro. "Da können unsere Betriebe nicht mithalten. Es müssen andere Anreize gesucht werden", sagt Bethke. Wirtschaft Seite 7