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Geschäfte mit Schokolade und Duschen

Ein Kartell hat zwölf Jahre lang Preise für Wasserhähne, Toiletten & Co. abgesprochen.
Ein Kartell hat zwölf Jahre lang Preise für Wasserhähne, Toiletten & Co. abgesprochen. FOTO: dpa
Luxemburg. Verbraucher in Europa haben jahrelang zu viel für Duschen, Wasserhähne und andere Sanitärprodukte bezahlt. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg wies am Donnerstag in letzter Instanz die Klagen mehrerer an einem Badezimmer-Kartell beteiligten Unternehmen in weiten Teilen zurück. dpa/kr

Demnach haben auch die deutschen Firmen Villeroy & Boch, Dornbracht, Duravit, Hansgrohe und Hansa jahrelang verbotene Preisabsprachen mit der Konkurrenz getroffen. Die höchste Strafe der deutschen Firmen muss nun Villeroy & Boch mit 71,5 Millionen Euro zahlen.

Die EU-Kommission hatte das Kartell im Sommer 2010 auffliegen lassen und eine Geldbuße von insgesamt 622 Millionen Euro gegen 17 Firmen verhängt. Sie hatten demnach ihre Verkaufspreise in verschiedenen Zeiträumen zwischen 1992 und 2004 abgesprochen und künstlich hochgehalten.

Mehrere Unternehmen hatten beim EU-Gericht Klage gegen den Beschluss der Kommission eingelegt. Diese bestätigte jedoch bereits 2013 einen Großteil der Strafen. Auch bei Süßwarenherstellern gab es Absprachen. Sie kosten oft wenig, doch es lässt sich viel Geld damit verdienen. Noch mehr, wenn es gelingt, den harten Preiswettbewerb im deutschen Lebensmittelhandel aufzuweichen. Genau dies haben nach Einschätzung des Bundeskartellamts einige führende deutsche Süßwarenhersteller, darunter bekannte Namen wie Haribo, Katjes, Kraft, Storck und Zentis,vor einigen Jahren getan.

Die Wettbewerbsbehörde verhängte deshalb 2013 Millionen-Bußgelder. Einige Firmen wollten den Vorwurf nicht auf sich sitzen lassen. Doch die Wettbewerbshüter bekamen Rückendeckung vom Oberlandesgericht Düsseldorf.