Denn der Konkurrenzkampf aus dem Diesseits geht offenbar im Jenseits mit unverminderter Härte weiter.

Das richtige Outfit, die richtige Heimstatt und die richtige Wohngegend jedenfalls spielen auch nach dem Tod noch eine wichtige Rolle. So prämiert die ehemalige Ratspräsidentin der Evangelischen Kirche, Margot Käßmann, derzeit Deutschlands schönste Friedhöfe, Grabsteine, Särge und Urnen. Sie ist also quasi die Heidi Klum der hiesigen Bestattungskultur.

Frauen, die keine Chancen mehr auf den Titel „Germany's Next Topmodel“ haben, sollten aber nun nicht gleich für den Kauf der schönsten Urne sparen.

Erstens ist diese vermutlich bald Modetrends unterworfen – analog zur Designer-Uhr gibt es dann die Designer-Urne („ihr Accessoire für die letzte Saison“). Und was man in einigen Jahren unter der Erde trägt, weiß heute noch niemand. Zweitens ist es für die Verstorbenen vielleicht gar nicht so befriedigend, die Konkurrenz auf dem Friedhof auszustechen. Die Rivalen können schließlich vor Neid nicht mehr weiter erblassen.