Der Stromnetzbetreiber 50 Hertz plädiert für bundesweit einheitliche Netzentgelte. Um die Forderung, die von ostdeutschen Politikern in der Vergangenheit bereits öfter formuliert wurde, zu untermauern, hat das Unternehmen eine Studie der Technischen Universität (TU) Dresden anfertigen lassen.

Demnach gibt es derzeit große regionale Unterschiede. So lägen diese Gebühren in den ostdeutschen Bundesländern "zum Teil signifikant höher" als in Westdeutschland. Die Differenzen bei den Gebühren hätten negative Effekte für die Wettbewerbsfähigkeit und die regionale Wirtschaftsstruktur im Osten.

Netzausbau für Regionen teuer

Die Netzentgelte sind der Studie zufolge in jenen Regionen besonders hoch, in denen für den Transport von Ökostrom aus Wind- und Sonnenkraft neue Leitungen gebaut werden müssen. 50 Hertz-Manager Dirk Biermann verlangte, dies zu ändern. Es könne nicht sein, dass ausgerechnet diejenigen Regionen, die die Energiewende vorantrieben, "auch noch mit hohen Netzentgelten bestraft werden". 50 Hertz ist für die Übertragungsnetze im Osten und Norden Deutschlands zuständig. "Die Energiewende ist ein nationales Projekt - deshalb müssen auch die Kosten hierfür national verteilt werden", so Biermann.

Laut Studie würde die Einführung eines bundesweit einheitlichen Netzentgeltes für das Übertragungsnetz beispielsweise bei mittelgroßen Industriekunden nur in einigen Bundesländern zu höheren Strompreisen führen. Industriebetriebe in Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen könnten im Gegenzug mit einer Entlastung von jeweils 53 130 Euro pro Jahr rechnen.

7,75 Euro weniger pro Jahr

Bei den privaten Haushalten haben die Forscher für Brandenburg und Sachsen eine Entlastung von 7,75 Euro im Jahr errechnet - bei einem Verbrauch von 3500 Kilowattstunden. Kunden im Saarland müssten im Gegenzug 4,62 Euro im Jahr mehr bezahlen, in Nordrhein-Westfalen 4,08 Euro.

Weitere Ungleichheit droht

Laut Professor Dominik Möst von der TU Dresden stellt ein bundesweit einheitliches Übertragungsnetzentgelt auf Grundlage der Studie eine gute Möglichkeit dar, der Mehrbelastung in Regionen mit hohem Netzausbau entgegenzuwirken: "Die Umsetzung eines solchen einheitlichen Netzentgeltes sollte mit wenigen gesetzlichen Anpassungen prinzipiell möglich sein." Andernfalls drohten regional in Zukunft weitere Mehrbelastungen, "die auch die Schere der aktuell ohnehin ungleich verteilten Entgelte noch weiter auseinanderdriften lässt", so Möst.