Das Dresdner Landgericht verhing am Mittwoch zwei Jugendhaftstrafen zwischen drei und dreieinhalb Jahren sowie eine einjährige Haftstrafe auf Bewährung. Zwei Angeklagte, darunter ein Informant des Staatsschutzes, wurden freigesprochen. Die Strafen wurden nicht – wie von der Staatsanwaltschaft beantragt – wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung verhängt. Geahndet wurden gefährliche Körperverletzungen und eine Sachbeschädigung.

Zwei Haftstrafen sprach das Gericht gegen ein Brüder-Paar aus. Der 20-Jährige, der wegen gefährlicher Körperverletzung in drei Fällen zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt wurde, sitzt bereits wegen anderer Delikte im Gefängnis. In das Urteil für seinen drei Jahre älteren Bruder, der wegen gefährlicher Körperverletzung in zwei Fällen und einer Sachbeschädigung zu drei Jahren Haft verurteilt wurde, floss ein altes Urteil mit ein. Ein 19-Jähriger wurde zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt. Seine Bewährungszeit beträgt zwei Jahre.

Die Anklage hatte am Montag für zwei der fünf Angeklagten Haftstrafen von zweieinhalb Jahren sowie zwei Jahren und zwei Monaten gefordert. Die Anklagevertretung sah unter anderem die Vorwürfe der Bildung einer kriminellen Vereinigung sowie der Körperverletzung als erwiesen. Bei zwei weiteren Angeklagten wurden Jugendstrafen auf Bewährung gefordert. Dem Informanten des Staatsschutzes sollte „als Signal an die Szene“ Milde zukommen. Der Prozess gegen mutmaßliche Mitglieder der seit April 2007 verbotenen Gruppe hatte Anfang April begonnen.