,,Der Angeklagte wird wegen seines hohen Alters das Gefängnis wohl nicht mehr verlassen", sagte der Vorsitzende Richter Hans Jagenlauf in der Begründung. ,,Er hat aus Habgier immer wieder versucht, sich mit fadenscheinigen Geschichten Geld von Bekannten zu leihen."

Die gute Freundin seiner Ehefrau habe dem Rentner dann ihre Geldkarte gegeben, mit der er sich die geliehenen 300 Euro abheben sollte. Der ehemalige Schlosser aber räumte das Konto der alten Dame ab, holte sich rund 3400 Euro. ,,Als die Rentnerin ihn zur Rede stellte, hat er sie heimtückisch mit Äther betäubt und erdrosselt, um den Betrug zu vertuschen", so Jagenlauf.

Mit dem Urteil folgte die Strafkammer dem Antrag der Staatsanwaltschaft, stellte aber angesichts des Alters des Rentners die geforderte Schwere der Schuld nicht fest. Die Verteidigung hatte auf Freispruch und eine Geldstrafe wegen Betruges plädiert. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Verteidiger Stephan Bonell kündigte Revision an: ,,Mein Mandant ist unschuldig." Die Indizienbeweise seien zu dünn. Der Angeklagte selbst beteuert seine Unschuld.