Die mutmaßliche Rechts-Terroristin Beate Zschäpe muss sich wegen Mittäterschaft an den zehn Morden der Neonazi-Gruppe NSU vor Gericht verantworten. Das Oberlandesgericht (OLG) München ließ die Anklage gegen die 38-Jährige nach Angaben von Verfahrensbeteiligten unverändert zu.

Neben Zschäpe sitzen voraussichtlich vier mutmaßliche Helfer und Unterstützer des "Nationalsozialistischen Untergrunds" auf der Anklagebank. Einen Termin für den Beginn des spektakulären Prozesses gibt es bisher nicht. OLG-Präsident Karl Huber sagte am Donnerstag, er rechne mit dem Beginn des Prozesses Mitte April. Nach seiner Einschätzung könnte das Mega-Verfahren bis zu zweieinhalb Jahre dauern.

Zschäpe sitzt seit November 2011 in Untersuchungshaft, ebenso wie der mitangeklagte Ex-NPD-Funktionär Ralf Wohlleben.

Zschäpes Anwalt Wolfgang Stahl sagte, er habe die Entscheidung des Senats über die Eröffnung der Hauptverhandlung vorab per Fax bekommen. Zu Inhalten wollte er sich aber nicht äußern. Laut Berliner "Tagesspiegel", "Süddeutscher Zeitung" und "Spiegel Online" ließ das Gericht auch die Anklage gegen vier mutmaßliche NSU-Helfer zu - und zwar bis auf wenige Details unverändert. Eine Sprecherin des Oberlandesgerichts wollte die Berichte zunächst nicht kommentieren.

Der 37-jährige Wohlleben und der 32 Jahre alte Carsten S. wurden wegen Beihilfe zum Mord angeklagt. Sie sollen die Pistole des Typs "Ceska 83" beschafft haben, die bei der Mordserie verwendet wurde. Außerdem wurden André E. (33) und Holger G. (38) als mutmaßliche Unterstützer der Gruppe angeklagt. Die Richter ordneten die Fortdauer der Untersuchungshaft gegen Zschäpe und Wohlleben an. Neben Zschäpe gehörten Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos dem Terror-Trio an, beide haben sich 2011 erschossen. Die Bundesanwaltschaft hatte im November 2012 eine 488 Seiten umfassende Anklage präsentiert.

Demnach soll Zschäpe nicht nur Gründerin und gleichberechtigtes Mitglied des NSU gewesen sein. Die Anklage wirft ihr zudem Mittäterschaft bei sämtlichen Taten des NSU vo