Das Projekt, ein Zentrum für Studien zum Judentum zu etablieren, ist seit einigen Jahren in der Planung. Eine solche, in Europa einmalige, Einrichtung würde dann auch die bislang vom Abraham-Geiger-Kolleg erfolgreich betriebene Ausbildung von Rabbinern und Kantoren übernehmen. Derzeit aber, so der Vorwurf der Union für das progressive Judentum, die das Kolleg betreibt, kommt die Ministerialbürokratie des Landes einfach nicht voran. Deswegen haben die Verantwortlichen inzwischen Kontakte zum Freistaat Bayern intensiviert. Der überlegt, ob er mit der Universität Erlangen einen alternativen Standort anbietet. Vertreter aller Landtagsfraktionen haben am Dienstag klargemacht, dass ein Scheitern der Potsdamer Pläne aus ihrer Sicht erheblichen politischen Schaden anrichten würde. Damit wird die Frage, über die am Dienstag auch die Landesregierung diskutierte, zur Bewährungsprobe für die Wissenschaftsministerin des Landes, die parteilose, von der SPD nominierte frühere Präsidentin der Universität Potsdam Sabine Kunst.