Und der Schalck steht den heute Fünfjährigen förmlich ins Gesicht geschrieben.
Sie sind wirklich unzertrennlich. Für die kleinen Sachsen gibt es nichts Schöneres, als die Köpfe zusammenzustecken und im Wilhelm-Busch-Album zu lesen. Sie besitzen es gleich in mehreren Ausgaben. Ganz klar, dass sie der Geschenke-Dauerbrenner in der Familie sind. Oma und Opa fanden sogar ein fast ein Meter hohes Wilhelm-Busch-Album auf einem Trödelmarkt. Es ist seitdem das Größte für Max und Moritz. Statt Computerspiele spielen sie lieber die Streiche nach. Als Witwe Bolte muss des öfteren die Mutter herhalten. Und so schleichen sich ihre kleinen Racker schon mal in die Küche und angeln sich ein Huhn aus der Pfanne. Max und Moritz essen für ihr Leben gern. Das haben sie wohl vom Papa Mike geerbt. Mit dem Erbe ihrer Mutter kommen sie auch gut zurecht. Denn sie hatte den Einfall mit den Vornamen. "Der achte Streich sozusagen", kommentiert sie ihn lachend.
Es sollte ein Wunschkind werden. "Im vierten Monat fragte mich die Ärztin, ob ich gleich zwei Kinder nehme", erinnert sich die Bahnangestellte. "Und spontan sagte ich, ach das werden wohl Max und Moritz. Dabei wusste ich noch nicht einmal, ob ich Mädchen oder Jungs zur Welt bringe", erinnert sie sich. Mit ihrem Bauchgefühl lag sie richtig. Zwar wälzte man trotzdem noch ein Vornamenbuch. Die potenziellen Eltern suchten zwischen Sebastian und Christian oder Josef und Karl. Aber Max und Moritz war die unschlagbare Namenskombina tion für die eineiigen Zwillinge.
Sie konnten es wohl kaum erwarten. Denn eine Woche früher als geplant erblickten sie am 5. September 2001 das Licht der Welt. Erst kam Max, fünf Minuten später Moritz. Genau zu wissen, wer wer ist, gelingt wirklich nur den Eltern, so ähnlich sehen sich die Blondschopf-Buben. Stellen sie sich als Max und Moritz bei Fremden vor, denken diese natürlich, sie werden auf den Arm genommen. "Und auch im Wartezimmer bei Ärzten schauen die Patienten ungläubig, wenn aus dem Lautsprecher ertönt: Max und Moritz bitte", erzählt Katrin Waszak. Sie bereut die ungewöhnliche Namenskombination auf keinen Fall. "Nur ganz wenige Leute meinen, dass sie eine Strafe für die Kinder ist", machte sie die Erfahrung.
Wenn Max und Moritz in zwei Jahren eingeschult werden, sorgen sie bestimmt für Gesprächsstoff. Und die sieben Streiche ihrer Namensvettern aus dem Wilhelm-Busch-Album können sie bis dahin garantiert auswendig.