Linksfraktion und Grüne warfen Kultusminister Steffen Flath (CDU) vor, zu wenig für das im Koalitionsvertrag verankerte Vorhaben zu tun. "Es sieht schlecht aus für die Gemeinschaftsschulen in Sachsen", sagte die Bildungsexpertin der Grünen, Astrid Günther-Schmidt. Mit Geithain habe die CDU/SPD-Koalition nur eine einzige solche Schule geschaffen.
Flath lehnte private Gemeinschaftsschulen strikt ab. Wenn sich die privaten allgemein bildenden Schulen zu Gemeinschaftsschulen gewandelt hätten, wäre das staatliche Schulsystem zu Grunde gegangen. "Es ist meine Aufgabe in der schwierigen Umbruchphase des demographischen Wandels, das staatliche Schulsystem zu erhalten", sagte der Minister. Nach Aussagen von Astrid Günther-Schmidt geht es bei dem Wunsch nach Gemeinschaftsschulen um eine Ergänzung und Bereicherung und nicht darum, das staatliche System kaputtzumachen.
SPD-Bildungsexperte Martin Dulig begründete den Mangel an Gemeinschaftsschulen auch mit der Qualität der Anträge. "Wenn verzweifelte Schulträger einfach einen Antrag ohne Konzept gestellt haben, um ihren Schulstandort zu halten, dann ist nicht verwunderlich, dass diese Anträge nicht akzeptiert werden konnten." Dulig räumte ein, das die Unterstützung durch die Schuladministration noch "ausbaufähig" sei. Nicht selten werde die Gemeinschaftsschule als Bedrohung empfunden.
Derweil will die Landesregierung ein Qualitätssiegel für allgemein bildende Schulen zur Berufsorientierung in Sachsen einführen. Der Landtag beschloss gestern, dass die Regierung bis August über das weitere Vorgehen berichtet. Das Zertifikat soll der Wirtschaft helfen, leichter ausbildungsfähige Jugendliche zu finden. Kultusminister Steffen Flath (CDU) führe seit einem halben Jahr Gespräche über die Rahmenbedingungen, sagte sein Sprecher, Dirk Reelfs. Wann das Siegel kommen könnte und ob die Zertifizierung mit zusätzlichen Kosten verbunden ist, war nicht bekannt. (dpa/mb)